Kultur : Liebe und Tod

Jörg Königsdorf

besingt eine stimmkräftige Zweitkarriere Auch wenn er das Singen schon lange gelassen hat, im Konzertsaal ist Dietrich Fischer-Dieskau nach wie vor präsent. Das ist nur konsequent: Da seine Deklamationskunst nicht an eine Opernstimme gebunden ist, kann sie auch dort zum Einsatz kommen, wo statt Gesang nur Stilisierung der gesprochenen Sprache verlangt ist. In Schönbergs „Moses und Aron“ etwa, oder in Viktor Ullmanns „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ für Sprecher und Klavier, die am Montag im Kleinen Saal des Konzerthauses im Mittelpunkt einer Hommage an den von den Nazis ermordeten Komponisten steht. Das Singen kann Fischer-Dieskau an diesem Abend mit gutem Gewissen Kollegen überlassen: der wunderbaren Sopranistin Simone Nold und dem Bariton Roman Trekel, der zur Zeit als goldglänzende Greisin in „Takemitsu – My Way of Life“ (Staatsoper, heute und am 20.10.) die vermutlich ungewöhnlichste Rolle seines Lebens spielt.

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