Kultur : Lieben Sie Suk?

Jörg Königsdorf

entdeckt Musik, die sonst keiner spielt Das Jubiläumsjahr ist fast vorbei, die Bilanz ist ernüchternd: Mit dem 150. Geburtstag Janaceks und dem 100. Todestag Dvoraks wäre 2004 eigentlich die Gelegenheit da gewesen, die tschechische Musik des 19. und 20. Jahrhunderts einmal gründlich aufzuarbeiten. Doch nichts dergleichen – gespielt wurden im Wesentlichen die ohnehin gängigen Hits wie Dvoraks Neunte und Janaceks Sinfonietta, die Chance einer umfassenden Darstellung dieses nicht ganz unwichtigen Kapitels Musikgeschichte wurde vertan. Wer sich beispielsweise für die ausufernden, mahler-ähnlichen Orchesterwerke des Dvorak-Schwiegersohns Josef Suk interessiert, bleibt auf Einzelinitiativen wie den auf mehrere Jahre gestreckten (und bei cpo auch auf CD dokumentierten) Zyklus von Kirill Petrenko und dem Orchester der Komischen Oper oder das Konzert des Berliner Sinfonie-Orchesters am kommenden Wochenende angewiesen: Dann steht unter Leitung von Fabrice Bollon im Konzerthaus Suks „Märchen eines Winterabends“ auf dem Programm (17. – 19.12.).

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