Kultur : Lindenoper wird saniert, Sparkurs für Opernstiftung

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Der Berliner Senat hat den Vertrag über die Zuschüsse für die Opernstiftung beschlossen. Die drei Häuser und das Staatsballett Berlin erhalten in diesem Jahr 112 Millionen Euro. Danach soll die Summe schrittweise bis auf 99 Millionen Euro im Jahr 2009 sinken. Mit dem Zuschussvertrag, der noch vom Abgeordnetenhaus gebilligt werden muss, erhielten die Häuser Planungssicherheit, sagte Kultursenator Thomas Flierl. Flierl teilte weiter mit, dass die Stiftung für die Sanierung der Staatsoper aus drei Konzepten das „preiswerteste“ ausgewählt habe. Es garantiere die langfristige Herstellung der Betriebssicherheit ohne Eingriffe in die Bausubstanz. Für 113 Millionen Euro sollen Brandschutz, Bühnen- und Haustechnik sowie Probenräume saniert werden.

Der Bund, so Flierl, steht zu seiner „nationalen Verantwortung“ bei der Lindenoper. Nach dessen Zusage hat Berlin sich nun bereit erklärt, die Hauptsumme der Baukosten zu übernehmen. Zur Höhe dieser Summe, mit der die vom Förderverein der Staatsoper zugesagten 30 Millionen Euro ergänzt werden sollen, äußerte der Kultursenator sich nicht. Baubeginn im wegen seiner veralteten Technik nur bedingt funktionsfähigen Haus könnte im Herbst 2008 sein. Flierl hält es für möglich, dass zwei Spielzeiten verkürzt werden oder eine gesamte Spielzeit ausfällt.

Die Bilanz der Opernstiftung betrachtet Flierl professionell zuversichtlich. Die Häuser seien „bisher überraschend mit der Zuschussabsenkung zurechtgekommen“. Die interne Kommunikation habe sich verbessert, man sei „jenseits von Schließungsdebatten und Konkurrenzdenken“. Zwar gesteht Flierl ein, dass die Stiftung einer problematischen Zukunft ausgesetzt sei, auch wenn sie rein juristisch nicht in die Insolvenz gehen kann. Für die Jahre 2007/08 müsse man daher noch Konzepte entwickeln. Nun braucht offenbar nur noch das Publikum umzudenken. Denn der grundsätzliche Auftrag an die drei Häuser, ihre Auslastung zu steigern, ist trotz Flierls positiver Verlautbarungen nicht erfüllt. cte

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