Kultur : Links um

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Christina Tilmann über

neue Allianzen in der FlickDebatte

Die Lacher hatte Peter-Klaus Schuster auf seiner Seite, wenn auch vielleicht unfreiwillig: „Ich danke allen, die links von mir sitzen und an dem Deal beteiligt waren“, erklärte der ganz außen auf dem Podium platzierte Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlins auf der Flick-Pressekonferenz im Hamburger Bahnhof. Es ist in der Tat die politische Linke, die sich so einhellig wie selten hinter ein Projekt stellt, das vor zwei Jahren in Zürich noch lebhafte Proteste aus eben der linken Kulturszene rund um Schauspielhaus-Chef Christoph Marthaler auf sich gezogen hatte. Klaus Wowereit, Christina Weiss und – im Hintergrund der Verhandlungen – die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages, Monika Griefahn, die gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende der von Friedrich Christian Flick in Potsdam gegründeten „Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz“ ist. Nicht Kritik und Diskussion, sondern Repräsentation war gestern in Berlin das Gebot der Stunde. Den Streit um den Zusammenhang zwischen dem von Flick angetretenen Erbe und dessen Nutzung zum Aufbau der nun so begeistert begrüßten Sammlung will niemand mehr aufwärmen. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Debatte gehöre diese Sammlung nach Berlin, so die einhellige Meinung auf dem Podium. Flick hat Recht, wenn er in seiner Ansprache einen der bekanntesten Aussprüche des Malers Francis Picabia zitiert: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“

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