Literatur : Künstler gegen Buch-Verbot

Prominente wie der Liedermacher Wolf Biermann und der Schriftsteller Ralph Giordano protestieren gegen das Verbot des Buches "Deutsche Gerechtigkeit" von Roman Grafe.

Hamburg - Das Landgericht Berlin hatte im Februar auf Antrag eines früheren Politoffiziers der DDR-Grenztruppen dem Siedler-Verlag die Verbreitung des Werkes mit dem Untertitel "Prozesse gegen DDR-Grenzschützer und ihre Befehlsgeber" untersagt.

Laut Gericht könne das Buch den falschen Eindruck erwecken, der frühere Offizier, der heute eine gehobene Position bei der Bundespolizei habe, sei für den Tod des DDR-Bürgers Chris Gueffroy mitverantwortlich, der 1989 an der Mauer erschossen worden war.

In einem von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte veröffentlichten Aufruf wird nun kritisiert, dass "moralische Mitschuld" nicht mehr benannt werden dürfe. Den Aufruf haben laut einem Vorabbericht des "Spiegels" neben Biermann und Giordano auch die Schriftsteller Walter Kempowski und Erich Loest sowie der Regisseur Heinrich Breloer unterschrieben (tso/ddp)

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