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Alix, Anton und die anderen : Schöneberg, ein Puppenheim

Katharina Hackers Roman "Alix, Anton und die anderen" erzählt von der Midlife-Krise – und dem Leben ohne Kinder.

Gerrit Bartels
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Im Streit von Suhrkamp geschieden. Katharina Hacker.Foto: Noel Matoff

Dieser neue Roman von Katharina Hacker lässt sich nur schwer an einem Stück lesen. Denn er enthält zwei nebeneinanderher laufende Textblöcke, zwei Erzählstränge, von denen der eine breiter gesetzt ist, der andere etwas schmaler am Rand verläuft. Als Leser hat man die Wahl: den Hauptstrang Kapitel für Kapitel durchlesen und dann Kapitel für Kapitel die Randspalte nachholen? Das Buch zweimal lesen, einmal den Hauptstrang einmal den Rest? Oder Seite für Seite hin- und herzappen, was die Lektüre unnötig beschwerlich macht.

Das ist insofern schade, als dass Katharina Hacker nach ihrem 2006 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Die Habenichtse“ erneut einen Stoff gewählt hat, mit dem sie eine ganze Generation nachhaltig ins Visier nehmen könnte. In „Die Habenichtse“ waren es die Thirtysomethings, denen Hacker auf die Spur zu kommen versuchte, ihrem Anspruch, sich alle Wege offenzuhalten, ihre Weigerung, sich festzulegen, in Beziehungen, im Arbeitsleben.

Jetzt porträtiert sie in „Alix, Anton und die anderen“ hauptsächlich eine Gruppe von Menschen in Berlin-Schöneberg, die Mitte vierzig sind und sich ihrer Verlorenheit und Orientierungslosigkeit gewahr werden, ihrer verpassten Lebenschancen. Beruflich sind sie zwar alle irgendwie angekommen: Anton, der Arzt geworden ist und eine Praxis führt. Jan, der Psychotherapeut, ebenfalls mit eigener Praxis. Seine Frau Alix, von Beruf Grafikerin, ein eher ätherisches, traumverlorenes Wesen. Und Bernd, der eine Buchhandlung führt, homosexuell ist, keine feste Beziehung unterhält. Sie alle aber hatten einmal andere Pläne und Wünsche, sie haben weder Kinder, was immer wieder problematisiert wird, noch fühlen sie sich in ihren Liebesangelegenheiten sicher oder gar wohl. „Wir sind übriggeblieben, irgendwie steckengeblieben in unserem Leben. Und es muss beinahe ein Wunder geschehen, damit sich das noch einmal ändert“, weiß Anton, der einst von einer Villa in Dahlem und einer großen Familie träumte.

Immerhin haben diese vier Hauptfiguren sich und ihre Freundschaft, und Hacker erzählt behutsam, wie sie alle tatsächlich an kleinen Änderungen interessiert sind. So setzt der Roman damit ein, dass die vier erstmals die Eltern von Alix, Heinrich und Clara, zum Essen ausführen anstatt sich wie seit fast zwanzig Jahren einmal im Monat bei ihnen zum Essen einzufinden. So traut sich die ängstliche, unter zwanghafter Hellhörigkeit (Hyperakusis) leidende Alix, eine zweitägige Reise zu unternehmen, um eine Puppe zu ihrer Puppenmutter zu geleiten, einer Schwägerin von Bernd. Hier bekommt das Problem der Kinderlosigkeit eine arg pathologische Schlagseite. Und so verliebt sich Anton eines Tages doch noch einmal neu.

All das aber sind hohe Hürden für Anton, Alix und die anderen, und Katharina Hacker versucht nun dieser Mischung aus Lebensstillstand und unstillbarer Sehnsucht nach Veränderung ästhetisch-formal beizukommen, indem sie ihren Roman in die beschriebenen zwei Blöcke aufgeteilt hat. Hier die vermeintliche Haupthandlung, dort die Ergänzungen. Hier die Erzählung aus der wechselnden Perspektive der Figuren, mal in Ich-Form (Bernd), mal auktorial, dort innere Monologe, Gedankenfetzen, Parallelhandlungen, wobei auch diese zuweilen zwischen Ich-Erzählung (Anton) und auktorialer Erzählweise hin- und herspringen. Und dann gibt es in einigen Kapiteln auch nur einen Strang, bleibt die Randspalte leer.

Die gewählte Form hat nun dazu geführt, dass Hacker vor der Veröffentlichung des Buches in Streit mit dem Suhrkamp Verlag geraten ist und diesen nach 15-jähriger Zugehörigkeit verlassen hat: Das Suhrkamp-Lektorat wollte den Roman nur in der nun vorliegenden Fassung setzen. Hacker hatte sich aber zwei gleich große Textblöcke mit gleich großer Schrift vorgestellt, um die verschiedenen Optionen im Leben ihrer Protagonisten und nicht zuletzt die verschiedenen Optionen des Erzählens deutlicher zu machen.

Das aber erschließt sich weder in der von Hacker gewünschten Form noch in der jetzt veröffentlichten: nicht beim parallelen Lesen, nicht beim Hintereinanderlesen, nicht beim Hängenbleiben zwischen den Zeilen und Geschichten, nicht in dem Raum, der für all das stehen soll, „was man ausgelassen hat, ausgeschlagen hat im Leben“, wie Hacker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte. In „Alix, Anton und die anderen“ gibt es nichts, was nicht in einem Textblock stehen könnte, ohne den Intentionen der Autorin zuwiderzulaufen. Gedankliche Sprünge, Träume, Perspektivenwechsel, plötzliche Handlungs- und Ortswechsel, all das wäre problemlos in einem herkömmlich gesetzten Text unterzubringen gewesen.

Katharina Hacker stellt sich mit ihrer avantgardistischen Erzählweise eher ein Bein, als dass sie damit die Sorgen, Nöte und Sehnsüchte ihrer Protagonisten klarer darstellen würde. Vielleicht hat ihr einfach die Kraft zu einer letztgültigen formalen Durchdringung ihres Stoffes gefehlt. Denn ihren verlorenen Vierzigern stehen noch ein paar weitere Figuren zur Seite, die andere, durchaus schwerere Sorgen und Schicksale haben: die vietnamesischen Betreiber des Restaurants, die 56-jährige Mai Linh und ihre beiden Brüder Wang und Georg. Sowie Clara und Heinrich, Alix’ Eltern, deren Möglichkeiten zu Lebensveränderungen aufgrund ihres Alters schließlich am geringsten sind. Was Heinrich nicht davon abhält, zarte Bande zu Mai Linh zu knüpfen. Und Clara nicht davon, sich Gedanken zu machen über Alix und ihre Freunde, für die es laut Clara nichts gab, „das sie gefährdete, nicht einmal der Tod schien sie zu gefährden, nicht einmal die Verrücktheit, auch nicht die Einsamkeit“.

Es gibt in diesem Buch solche starken, treffenden Sätze, es gibt eine sinnvolle Öffnung in andere Lebenswelten (Immigranten, Rentner) – nur einen wirklich fertigen, formvollendeten Roman, den gibt es nicht. Was auch daran liegt, dass „Alix, Anton und die anderen“ der Beginn eines mehrbändigen Romanzyklus sein soll, dessen nächster Teil im Frühsommer 2010 erscheint, dann beim S. Fischer Verlag. Und tatsächlich würde man schon gern wissen, was sich noch so tut im Leben von Anton, Alix und den anderen, wie sie aus ihren Lebensfallen herauskommen und ob überhaupt. Aber nicht in der von Katharina Hacker gewählten Form.

Katharina Hacker: Alix, Anton und die anderen. Roman. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009. 126 Seiten, 19,80 €.

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