Auszeichnungen : Preis der Leipziger Buchmesse für Lewitscharoff

Am ersten Tag der Leipziger Buchmesse hat die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff für ihren Roman "Apostoloff" den Preis der Buchmesse gewonnen. In der Kategorie Sachbuch zeichnete die Jury Herfried Münkler für "Die Deutschen und ihre Mythen" aus.

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Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst im Freistaat Sachsen, Eva-Maria Stange (SPD), gratuliert der Gewinnerin des...Foto: dpa

LeipzigIn den Messehallen standen der Beginn des E-Book-Verkaufs und der Umgang mit Internet-Piraterie im Mittelpunkt. Prominente Autoren wie Frank-Walter Steinmeier, Julia Franck, Hera Lind und Gesine Schwan stellten ihre Bücher vor. Tausende Besucher zogen durch die Hallen.

Den Roman von Lewitscharoff (54) über eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung würdigte die Jury als "ein reiches Spiel einer Sprachkünstlerin". Das Sachbuch von Münkler ist nach Ansicht der Jury "in klarer Sprache und mit der Stimme der Vernunft" geschrieben. Die Preise sind jeweils mit 15.000 Euro dotiert.

Am Vormittag hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Startschuss für den Online-Verkauf von E-Books über die Plattform Libreka gegeben. Auf dem Portal sind ab sofort nicht nur etwa 100.000 Bücher abzurufen, sondern auch mehrere tausend zu kaufen und anschließend herunterzuladen. Damit sei Libreka der größte deutschsprachige "Volltext-Finder", sagte Ronald Schild vom Börsenverein. Lesen kann man die Bücher auf dem PC oder speziellen Lesegeräten wie dem E-Reader von Sony. Den hatte der japanische Elektrokonzern am Mittwoch auf dem deutschen Markt eingeführt.

Klagen gegen Raubkopierer angekündigt

Zur Einführung der elektronischen Bücher kündigte der Buchhandel massenhaft Klagen gegen Raubkopierer an. "Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen" und "die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. "Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt." Sie neige zur Bagatellisierung dieses "organisierten Verbrechens".

Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle "der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders" genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per E-Mail erhalten. Bei Libreka wird jedes E-Book beim Herunterladen mit einem Wasserzeichen versehen, das jedoch ein psychologischer und kein technischer Kopierschutz sei, sagte Schild.

Mit dem E-Book widme sich die Buchmesse einem zukunftsweisenden Bereich, der den Buchmarkt sinnvoll ergänzen werde, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf der Bücherschau. "Mit der elektronischen Verfügbarkeit von Daten stellen sich allerdings unweigerlich auch Fragen der Wahrung von Urheberrechten. Der bessere Schutz des geistigen Eigentums ist für die Bundesregierung deshalb Herausforderung und Aufgabe zugleich." Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich bei der Vorstellung seines Buches "Mein Deutschland" für mehr Schutz des geistigen Eigentums aus: "Wir müssen die Interessenkonflikte, die es zwischen Urhebern und Nutzern gibt, lösen - und Kompromisse finden."

Hörbuch-Branche fordert mehr Schutz

Die Hörbuch-Branche sieht sich mehr und mehr von der Internet-Piraterie bedroht. "Jedes andere Land unternimmt mehr für den Schutz des Urheberrechts als Deutschland", sagte die Verlagsleiterin des Marktführers Der Hörverlag (München), Claudia Baumhöver. "Als wir zum Beispiel den letzten Harry-Potter-Band mit Rufus Beck als Sprecher mit 80.000 Exemplaren ausgeliefert hatten, gab es im Netz bereits mehr als 300.000 Anbieter, bei denen die Lesung illegal heruntergeladen werden konnte."

Auf der Buchmesse präsentieren bis Sonntag mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren stellen auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt ihre neuen Werke vor. (imo/dpa)

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