Buch: "Juliet, Naked" : Wenn der Popstar einmal klingelt

Nick Hornby lässt in seinem Roman „Juliet, Naked“ eine Beziehung an Musik scheitern. Seine große Fangemeinde wird der Brite damit nicht enttäuschen.

Gerrit Bartels
303774_0_c7bafda9.jpg
Vorbild für einen Romanhelden? Captain Beefheart, hier 1983, ist wie Hornbys Rockmusiker abgetaucht. -Foto: Deborah Feingold/Corbis

Passender kann ein Buchtitel nicht gewählt sein: „Juliet, Naked“ heißt der neue Roman von Nick Hornby. Er bezieht sich auf das für den Fortgang und die Verwicklungen von Hornbys Geschichte eminent wichtige Album eines amerikanischen Musikers namens Tucker Crowe, der seit über zwanzig Jahren abgetaucht ist und kein künstlerisches Zeichen mehr von sich gegeben hat. Auf dem urplötzlich veröffentlichten „Juliet, Naked“ finden sich die akustischen Solodemos der Songs von Crowes letztem Album „Juliet“, das 1987 erschien – und die Tucker-Crowe-Fangemeinde, die sich im Internet regelmäßig über ihren Helden austauscht, ist aus dem Häuschen.

Insbesondere der Mittvierziger und britische College-Lehrer Duncan, der mit seiner Freundin Annie an der englischen Ostküste in einem öden Städtchen lebt und als einer der Ersten ein „Juliet, Naked“-Album erhält. Duncan veröffentlicht eine begeisternde Rezension, in der er „Juliet, Naked“ über alles stellt, was Crowe jemals veröffentlicht hat. Damit aber ist Annie so gar nicht einverstanden, so dass sie erstmals in ihrem Leben selbst eine Rezension verfasst, ins Netz stellt und kurz darauf von Tucker Crowe himself eine E-Mail bekommt: „Danke für deine wohlwollende und scharfsinnige Kritik. Ich fand sie echt gut. Besten Gruß, Tucker Crowe.“ Und so stürzt dieses Album Duncan und Annie in eine schwere Beziehungskrise, die zur Folge hat, dass Annie ausgerechnet mit Crowe, zunächst per E-Mail, zu flirten beginnt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben