Buchtipps : Was die Promis lesen

Spot aus - Leselampe an: Prominente erholen sich gern bei der Buchlektüre vom Alltag im Rampenlicht. Die Lieblingsbücher von Kurt Beck, Ursula von der Leyen, Tony Marshall und Co.

Elisabeth Werthern[dpa]

HamburgOb Politiker, Sportler, Fernsehstar oder Sänger - viele haben ein ganz persönliches Lieblingsbuch, das sie entscheidend beeinflusst hat. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und SPD-Chef Kurt Beck hat gleich drei Werke zu seinen Favoriten erkoren: "Das Buch der Bücher, die Bibel, begleitet mich ein Leben lang", sagte der 58 Jahre alte Spitzenpolitiker in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Neben den Geschichten von Wolfgang Borchert gibt es noch einen Roman, der ihn "am meisten fasziniert hat": "Die Blechtrommel" von Günter Grass.

Auch Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) greift gern zum Buch, wenn sie sich vom öffentlichen Streit um Krippenplätze und Jugendschutz erholen will. Als Kind hat sie vor allem Otfried Preusslers Klassiker "Krabat" fasziniert. "'Krabat' ist nicht nur die spannende Geschichte eines Zauberlehrlings, sondern auch eine der schönsten Liebesgeschichten, die je erzählt wurden", sagte die 49-jährige Politikerin.

Westerwelle wählt Kehlmann

Während manche Vertreter der Regierung demnach - literarisch gesehen - Wert auf Tradition legen, fühlen einige Oppositionelle gern den Puls der Zeit: FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle ist vor allem von Daniel Kehlmanns aktuellem Bestseller "Die Vermessung der Welt" angetan. Wenn sich der Mathematiker Carl Friedrich Gauß und der Naturforscher Alexander von Humboldt aus verschiedenen Perspektiven die Welt des 19. Jahrhunderts erklären, dann ist das für den 45-jährigen quirligen Liberalen "deutsche Geistesgeschichte vom Feinsten - mit einem großartigen Gefühl für die Umstände der damaligen Zeit".

Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, hat nicht nur ein Lieblingsbuch, sondern lässt sich immer wieder von Neuerscheinungen beeindrucken: "Zur Zeit ist es 'Der Bastard von Istanbul' von Elif Shafak", sagte die 52 Jahre alte Spitzenpolitikerin. "Das Buch handelt von starken und selbstbewussten Frauen und beschreibt auf eine großartige Art und Weise die politischen Konflikte rund um die Tabuisierung der Armenierfrage und die Multikulturalität in der Türkei."

McCullers und Le Carré

Elke Heidenreich, die mit ihrer Begeisterung für Bücher regelmäßig ein großes Publikum ansteckt, hat seit Jahren einen klaren Favoriten: Carson McCullers' "Das Herz ist ein einsamer Jäger". Die Geschichte eines begabten Mädchens und seines Kampfes gegen eine unnachgiebige Umgebung ist für die Autorin, Kabarettistin und Moderatorin der ZDF-Sendung "Lesen!" die Nummer eins unter ihren Lieblingsbüchern. Der Sänger und Komponist Stefan Waggershausen schwört hingegen auf die spannenden Werke von John le Carré, vor allem auf den Klassiker "Dame, König, As, Spion", in dem der Agent George Smiley im Mittelpunkt steht.

Dass Boxerfäuste nicht nur blitzschnell zuschlagen, sondern auch bedächtig Buchseiten umblättern können, zeigt der 35-jährige Schwergewichtler Luan Krasniqi: Sein Lieblingsbuch ist Paulo Coelhos "Der Alchimist", denn hier werde in einer "offenen und mutigen Art" von der Kunst zu überleben erzählt. Olaf Malolepski, der als Sänger und Gitarrist der "Flippers" seit Jahrzehnten auf der Bühne steht, zieht sich zuweilen gern zurück, um ein gutes Buch zu lesen. Besonders begeistert den 61-Jährigen Heinrich Heines "Buch der Lieder", in dem der Liebe in ihren vielfältigen Gestalten gehuldigt wird.

Marshall liebt Geschichtliches

Für historische Werke erwärmt sich eine ganze Reihe bekannter Menschen. Sänger und Entertainer Tony Marshall etwa kommt an kaum einem Buch vorbei, das die Aufarbeitung von Geschichte verspricht. Der 69 Jahre alte Musiker liest gern Darstellungen der Menschheitsgeschichte, insbesondere solche, die Afrika in den Blickpunkt rücken. Auch die zweifache Fußball-Weltmeisterin Renate Lingor greift nicht etwa zu Trainingshandbüchern, wenn sie eine Dribbelpause einlegt, sondern zu historischen Romanen. Ken Folletts "Säulen der Erde" sind ihr als einer der besten in Erinnerung geblieben.

Dass die Autorin Tanja Kinkel am liebsten Geschichten aus der Vergangenheit liest, verwundert kaum, hat sie doch selbst mit historischen Romanen internationalen Ruhm erlangt. Vorbild ist für sie Mika Waltari mit seinem Werk "Sinuhe der Ägypter". Diese Geschichte eines altägyptischen Arztes war für Kinkel "der erste historische Roman, der mich ganz und gar in seinen Bann schlug und damit entscheidend für mein weiteres Leben wurde."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben