Buchvorstellung : Naumann kritisiert Diekmann-Buch

Zur Präsentation seines neuen Buches "Der große Selbstbetrug" hatte "Bild"-Chefredakteur Diekmann auch seinen strengsten Kritiker geladen. SPD-Spitzenkandidat Naumann nahm kein Blatt vor den Mund.

Diekmann, Neumann
Zwei, die sich streiten und doch einig sind. Diekmann und Naumann. -Foto: ddp

BerlinDer Hamburger SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann hat "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann Populismus und ein konservatives Freund-Feind-Schema vorgeworfen. Mit seinem Buch gegen die 68er-Generation "Der große Selbstbetrug - Wie wir um unsere Zukunft gebracht werden" (Piper) betreibe Diekmann "Schattenboxen gegen einen Gegner, den es nicht gibt", sagte der SPD-Politiker am Abend bei der Vorstellung des Buches in Anwesenheit des Autors.

Die "68er" hätten einen einmaligen "Kulturumbruch" bewirkt. Naumann warf der "Bild"-Zeitung vor, seine Kampagne zur Wahl als Hamburger Bürgermeister zu verschweigen. Als "einen meiner schärfsten Kritiker" hatte der "Bild"-Chef den SPD-Politiker und "Zeit"-Mitherausgeber vorgestellt. Wer ein Buch gegen den Selbstbetrug schreibe, müsse bereit sein, sich Kritik anzuhören. Das Buch richtet sich laut Vorwort gegen "Verständigungs- und Entspannungsfetischismus", kritisiert "Gutmenschen" und "Multi-Kulti" und fordert "einen gesunden Patriotismus" in Deutschland.

Diekmann las das letzte Kapitel "Lob der Achtundsechziger" vor, bei er der einstigen Studentenbewegung politisches Scheitern vorwirft. Die "68er" seien vor allem gegenüber den Verbrechen des Kommunismus blind gewesen. Positiv sei "die Öffnung des Privaten" und "das Bekenntnis zur Veröffentlichung des Intimen" gewesen. Dies habe die "Boulevardisierung" der Politik befördert. Dafür müsse die "Bild"-Zeitung dankbar sein. (mit dpa) 

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