Frankfurt : Buchmesse startet mit Rekord

Am Abend ist die Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. So viele Aussteller wie noch nie werden auf der weltgrößten Bücherschau erwartet. Steigende Verkaufszahlen sorgen für eine ausgelassene Stimmung.

Buchmesse Frankfurt - Vorhang auf
Vorhang auf für die Literatur: Bis zum Sonntag präsentieren die Verlage in Frankfurt ihre Bücher. -Foto:dpa

Frankfurt/MainBundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat zur Eröffnung der 59. Frankfurter Buchmesse mehr öffentliche Investitionen und Engagement für die Bildung gefordert. "Unsere Gesellschaft muss sich intensiver um jene kümmern, die wegen mangelnder Bildungschancen zu Außenseitern zu werden drohen", mahnte der Politiker. Wer schon in frühen Jahren Bildungsdefizite habe, der werde sein Leben lang auf der Verliererseite stehen. Gerade das Lesen und das Vorlesen sei für Kinder und Jugendliche enorm wichtig, sagte Steinbrück.

Der katalanische Präsident José Montilla Aguilera sagte, die weltgrößte Bücherschau sei eine Plattform für das Katalanische, "um einen weiteren Schritt in Richtung der Anerkennung der katalanischen Sprache als offizielle europäische Sprache zu gehen". "Denn die katalanische Sprache ist die Sprache unseres Landes, in dem sie in friedlichem Nebeneinander - und in Wirklichkeit ohne die oft künstlich herbeigeredeten Konflikte - mit dem Spanischen besteht, das ebenfalls Teil des kulturellen Erbes der katalanischen Gesellschaft ist", so Aguilera weiter.

Die Buchmesse sei "die bedeutendste Ansammlung von Gedanken und Ideen", Erkenntnissen und Erfahrungen, "kurz von "Inhalten" aller Art an einem Ort", sagte Buchmessen-Direktor Jürgen Boos. Eines der brennendsten Themen der Buchbranche und ein Hauptthema der diesjährigen Messe ist die Digitalisierung. "Für die Verlagsbranche ist es mehr denn je an der Zeit, sich der Marktveränderung zu stellen und sich fit zu machen für die digitale Zukunft des Publizierens", so Boos.

Gute Stimmung in der Buchbranche

"Nach negativen Umsatzzahlen hat sich die Buchbranche wieder gefangen", berichtete der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, vor der Eröffnung der weltgrößten Bücherschau. In den ersten drei Quartalen 2007 habe der Umsatz um mehr als vier Prozent zugelegt. Eine Konjunkturumfrage habe ergeben, dass 40 Prozent der Buchhändler ihre Umsatzentwicklung in diesem Jahr besser einschätzten als im Vorjahr. "Die Stimmung in der Branche ist gut."

Die weltgrößte Bücherschau wird erneut mit Rekorden starten. 7448 Aussteller (Vorjahr: 7272) präsentieren bis zum Sonntag auf rund 172.000 Quadratmetern 391.652 Titel (382.466), davon 121.267 Neuerscheinungen (111.913), wie Boos berichtete. Er erwartet mehr als 280.000 Besucher. 11.000 Medienvertreter sind angemeldet. Ehrengast ist die katalanische Kultur. Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Region Spaniens und hat eine eigene Sprache.

Die Buchmesse bekomme zudem eine immer größere Bedeutung als politische Plattform. Frankfurt sehe es als eine wichtige Aufgabe an, einen Beitrag zu leisten zur Alphabetisierung, zum Dialog der Kulturen und zur Verteidigung der Freiheit des Wortes. "Die Zeiten, in denen die Buchmesse als "Eventmesse" wahrgenommen und genutzt wurde, scheinen vorbei", sagte der Buchmessen-Direktor. Diese Erfahrung decke sich auch mit den Beobachtungen von Buchhändlern und Verlegern. Sie registrierten einen wachsenden "Trend zu subtanziellen Büchern". (mit dpa)

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