Frankfurter Buchmesse : Weniger Event, mehr Politik

Diesmal wird es ernst auf der Frankfurter Buchmesse. Themen wie Analphabetismus und Meinungsfreiheit sollen sie dieses Jahr zu einer kulturpolitischen Veranstaltung machen. Bücher sind schließlich mehr als Wirtschaftsware.

FrankfurtDie Frankfurter Buchmesse will in diesem Jahr noch stärker Plattform für politische Diskussionen sein. Nachdem die Messe einige Jahre lang eher als eine "Eventmesse" wahrgenommen worden sei, stünden nun außergewöhnlich viele Veranstaltungen zu politischen und kulturpolitischen Themen auf dem Programm, sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos.

Bücher seien nicht nur eine Wirtschaftsware, sondern auch ein kulturelles und politisches Gut. Die Buchmesse könne insofern "etwas bewegen", auch wenn es nur "Mosaiksteine" seien. So könnten Bücher zumindest Diskussionen anregen.

Gegen Analphabetismus

Politische Themen der diesjährigen Buchmesse sind zum Beispiel Bildung und Alphabetisierung, Zensur und Meinungsfreiheit und der Dialog der Kulturen statt Ausgrenzung. So gibt es bereits am 6. und 7. Oktober das internationale Symposium "Für ein offenes Europa". Aus Anlass des ersten Jahrestages der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja wird dabei auch diskutiert, inwieweit Autoren politische Verantwortung tragen.

Boos sagte weiter, wegen der hohen Analphabetenrate in vielen Ländern sei auch Bildung ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema. Auf der Buchmesse gibt es dazu am 9. Oktober den internationalen Alphabetisierungskongress der Frankfurt Book Fair Literacy Campaign (LitCam), bei dem sich Alphabetisierungsprojekte aus Uganda, Ägypten, Frankreich und Spanien vorstellen.

"Gott ist mit den Kreativen"

Im Internationalen Zentrum, einem Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amts, stehen Begegnungen mit verfolgten Autoren auf dem Programm. Am letzten Messetag am 14. Oktober geht es bei der Veranstaltung "Gott ist mit den Kreativen" um junge Muslime und die Künste in Deutschland. Das Forum Dialog widmet sich unter anderem der Literatur und dem Verlagswesen in der Türkei, China, Kuba und dem Iran, wo die Zensur ein Problem darstellt.

Die Frankfurter Buchmesse findet vom 10. bis 14. Oktober statt. (mit ddp)

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