Irène Némirovsky : "Die Hunde und die Wölfe"

Irène Némirovsky berichtet von einer Liebe in den Zwanzigern.

Draußen sollte nasskalter Regen fallen, drinnen die Leselampe warmes Licht werfen: So lässt sich am besten die Lebensgeschichte des armen jüdischen Mädchen Ada Sinner verfolgen: aus der Unterstadt eines ukrainischen Örtchens rauf in die Mittelstadt, die Mutter tot, der Vater um Wohlstand bemüht, eine mal kaltschnäuzige, mal weinerliche Tante als Erzieherin. Dann die Liebe zum reichen Cousin Harry, der schaudert, als sie dreckig, dürr und hungrig im Haus seiner Eltern steht. Später treffen sie sich wieder, in den zwanziger Jahren, im Pariser Exil, er noch immer reich, sie weiterhin arm, beide verheiratet. Schließlich entflammt er, aber zu einem glücklichen Ende kommt es nicht. Irène Némirovsky, geboren 1903 in Kiew, gestorben 1942 in Auschwitz, schreibt distanziert und trotzdem mitreißend. Ein wunderbares Herbstbuch. ari

Irène Némirovsky: Die Hunde und die Wölfe. Roman. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Knaus, München 2007, 256 Seiten, 17,95 €

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