Literatur : LESESTOFF

Jürgen Schreiber: Die Stasi lebt. Berichte aus einem unterwanderten Land. Knaur Taschenbuch, München 2009. 224 Seiten, 8,95 Euro.

Er hatte nicht den Ehrgeiz, eine Anatomie der Staatssicherheit vorzulegen, schreibt Jürgen Schreiber im Vorwort. „Es wäre schon viel gewonnen, typische Aspekte des totalitären Herrschaftsapparates zu beschreiben und ihre Muster aufzudecken.“ Die „Berichte aus einem unterwanderten Land“ sind Reportagen aus einem Unrechtsstaat: über Jürgen Fuchs, der vermutete, dass die Stasi ihn radioaktiv verstrahlt hatte; über Alexander Schalck-Golodkowski, der als Unschuld vom Lande in Bayern lebt; über die Geschichtsklitterer und alten Kader; über die Schauspielerin Jenny Gröllmann, die von Stasi-Mann Helmut Menge möglicherweise ohne ihr Wissen als „IM“ geführt wurde: „Hätte die Actrice denn nicht bemerken müssen, mit wem sie sich da angeblich eingelassen hat? Oder ist Menge hinter biederer Maske eine Mischung aus Buchbinder Wanninger und John Le Carré? Vielleicht sogar der bessere Schauspieler?“ Der Journalist und Sachbuchautor Jürgen Schreiber war bis 2007 Chefreporter des Tagesspiegels und die meisten der in diesem Band versammelten Reportagen sind ursprünglich im Tagesspiegel erschienen. Tsp

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