Literatur : LESESTOFF

Martina Scheffler

Dietmar Süß, Winfried Süß (Hg.): Das „Dritte Reich“. Eine Einführung. Pantheon, München 2008. 400 Seiten, 14,95 €.



Das Vergangene ist nicht tot, sagte William Faulkner, es ist nicht einmal vergangen. Da bietet es sich an, das Vergangene immer mal wieder neu zu interpretieren. Als Vertreter einer neuen Historikergeneration sehen sich Dietmar und Winfried Süß, die das weite Feld der Bücher zur Geschichte des Nationalsozialismus um ein weiteres bereichern. Neue Perspektiven haben sie im Sinn: die Einbettung des Nationalsozialismus in eine europäische Faschismusgeschichte; die Schwerpunktsetzung nicht mehr auf die Anfänge der Diktatur, sondern die Kriegsjahre; den Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland und anderen Ländern bis in die Gegenwart. Diese neue Perspektive ist zu loben, wird sie doch sonst kaum behandelt. Wichtig auch die Schilderung der „Vergangenheitsbewältigung“, die in der Bundesrepublik und der DDR im Hinblick auf die Ablehnung eigener Schuld ziemlich ähnlich verlaufen sei. Andere Kapitel wie die NS-Außenpolitik werden mitunter zu knapp geschildert. Ein guter Ansatz, der für eine bloße Einführung aber zu ehrgeizig geriet.

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