Literatur : LESESTOFF

Sebastian Bickerich

Gerhard Hofmann:

Die Verschwörung der Journaille zu Berlin. Ein politisches Tagebuch samt Schlussfolgerungen. Bouvier- Verlag, Bonn 2007, 470 Seiten, 29 Euro.

Einen flotten Titel hat er sich einfallen lassen, der Berliner n-tv- und RTL-Chefkorrespondent Gerhard Hofmann. Gab es tatsächlich eine Verschwörung der Medien zum Sturz der rot-grünen Koalition? Kam Angela Merkel nur dank neoliberaler Dampfplauderer wie Ex-Spiegel- Hauptstadtbüroleiter Gabor Steingart oder Stern-Vizechefredakteur Hans-Ulrich Jörges an die Macht? Viele „teils angesehene Journalisten“ seien 2005 von der Bank des Beobachters auf die Seite der Handelnden übergewechselt“, behauptet Hofmann und spricht von einem „Verrat an ihrem eigentlichen Auftrag – der Kontrolle der Macht“. In einer Art kommentierender Presseschau collagiert er akribisch die Ereignisse von der Neuwahlankündigung Gerhard Schröders nach dem NRW-Debakel im Mai bis zur legendären Elefantenrunde am Wahlabend. Als Kompendium des schillernden Wahljahres 2005 ein teils hoch spannendes Buch – das einige durchaus berechtigte Fragen über die Korrumpierbarkeit der Medien durch die Mächtigen aufwirft. Sebastian Bickerich

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