Literatur : J.K. Rowling auf der Suche nach dem Verbrechen

Verbrechen im Kopf? Harry-Potter-Mutter J.K. Rowling macht in Edinburgh die Caféhäuser unsicher. Sie soll sich Stoff für einen Krimi ausdenken.

Thomas Burmeister[dpa]
Rowling
Neues Projekt. J.K. Rowling offenbart kriminelle Züge. -Foto: dpa

LondonVerbrechen im Kopf und den Schreibblock in der Hand - so soll "Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling in Cafés der schottischen Hauptstadt Edinburgh beobachtet worden sein. Berühmte schottische Krimiautoren wie Ian Rankin würden schon damit rechnen, dass die reichste Frau des Königreichs ihnen demnächst mit Detektivgeschichten Konkurrenz macht, deutete die "Sunday Times" an.

Laut Rankin - Schöpfer des populären Inspektors John Rebus - arbeitet Rowling nach dem Abschluss ihrer Zauberer-Saga nun an einem Krimi. Und zwar genau wie einst beim ersten "Harry Potter"-Band in Café-Häusern von Edinburgh. Handfeste Beweise gibt es dafür bislang allerdings nicht.

Inspiration im Caféhaus

Hauptzeugin ist Rankins Ehefrau Miranda, die Rowling in einem Café beim Krimischreiben "erwischt" haben will: "Meine Frau hat gesehen, wie sie an ihrem Edinburgh-Detektiv-Roman schrieb", erzählte Rankin Reportern am Rande des diesjährigen Internationalen Buchfestivals in der Schottenmetropole. "Es ist doch toll, dass sie das Schreiben in Cafés nicht aufgegeben hat", fügte Rankin hinzu, der in Edinburghs Edelviertel Merchiston zu ihren Nachbarn gehört.

Rowling selbst hatte nach der Veröffentlichung des siebten und letzten Zauberlehrling-Bandes "Harry Potter and the Deathly Hallows" auf ihrer Website eine Spur gelegt. Sie werde demnächst etwas "völlig anderes" schreiben, ließ sie wissen. Vorher schon hatte die Harry-Erfinderin geklagt, dass so mancher sie auf das Fach Kinderliteratur festlegen wolle und ihr nicht zutraue, Romane für Erwachsene zu schreiben.

Rowling: Noch keinen Plan

Wenn sich Rankins Ehefrau nicht verguckt hat, könnte sich Rowling einem Genre widmen, das mit den Namen großer Schotten verbunden ist - von Arthur Conan Doyle und Robert Louis Stevenson bis hin zu Bestseller-Autoren der heutigen Zeit wie Rankin, Alexander McCall Smith, Iain Banks und Val McDermid. Als idealer Schauplatz für düstere Krimis gilt Edinburgh spätestens seit dort die Mörder und Leichenhändler William Burke und William Hare 1827/28 ihr Unwesen trieben, die später Stevenson in seiner Kurzgeschichte "The Body Snatcher" literarisch verewigte.

Die englische Schriftellerin P.D. James - "Mutter" des Gedichte schreibenden Kriminalpolizisten Adam Dalgliesh - traut Rowling zu, eine erfolgreiche Krimi-Autorin zu werden. "Sie hat ganz sicher alle erforderlichen Fähigkeiten", sagte die 87-Jährige. Rowling selbst wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern. "Wir haben bis jetzt keinen definitiven Plan, was ihr nächstes Projekt sein wird", sagte ihre Sprecherin. Eines scheint hingegen sicher: In "Nicholson's Café", wo einst der erste Potter-Band entstand, wird sie nicht wieder schreiben - aus der netten Kaffeestube ist längst ein China-Schnellimbiss geworden. (mit dpa)

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