Literatur : Joseph-Breitbach-Preis für Schriftsteller Delius

Friedrich Christian Delius ist heute mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet worden. Der 64-jährige Schriftsteller wurde für sein Gesamtwerk geehrt.

Delius Foto: dpa
Gewürdigt: Friedrich Christian Delius erhält den Joseph-Breitbach-Preis. -Foto: dpa

Koblenz Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sowie die Stiftung Joseph Breitbach würdigten damit das literarische Gesamtwerk des 64-Jährigen. Der Preis gehört mit 50.000 Euro zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Literatur in Deutschland. Delius wurde 1943 in Rom geboren, er wuchs in Hessen auf und lebt heute als freier Schriftsteller in Rom und Berlin.

Die Jury bezeichnete Delius als "poetischen Chronisten bundesdeutscher Zustände, Befindlichkeiten und Neurosen". Er mache das Gesellschaftliche im Privaten dingfest und werde geleitet von einem "unbestechlichen Erkenntnisinteresse". Sein Werk sei stets politisch, trotze allen Ideologien und sei niemandem gefällig. Es zeichne sich durch "große Klangsinnlichkeit, Sprachschönheit und neue Formen des Epischen" aus.

"Unsere Siemenswelt" löste langjährigen Rechtsstreit aus

Bekannt wurde Delius 1972 mit seiner satirischen Festschrift "Unsere Siemenswelt", die damals einen dreijährigen Rechtsstreit mit dem Siemenskonzern auslöste, der aber zugunsten des Autors ausging. Zu seinen wichtigsten Werken gehören "Ein Held der inneren Sicherheit" (1981), "Die Birnen von Ribbeck" (1991) und "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" (1994).

Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering sagte in seiner Laudatio, Delius sei ein so sensibler und genauer Beobachter und Finder, dass man kaum bemerke, wo er zum Erfinder werde. Er sei ein "Spaziergänger auf der Grenze zwischen Fakten und Fiktion, ein Liebhaber der Wirklichkeit, im Wortsinne ein "Poetischer Realist"".

Der Joseph-Breitbach-Preis war bis 2003 mit insgesamt 120.000 Euro für jährlich drei Preisträger dotiert. Danach musste das Preisgeld drastisch reduziert werden, da die Stiftung Joseph Breitbach nach eigenen Angaben weniger Geld aus ihrem Anlagevermögen erwirtschaftete. Der Preis ist nach dem Schriftsteller und Journalisten Joseph Breitbach benannt, der 1903 in Koblenz geboren wurde und 1980 in München starb. (mit dpa)

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