Neuer Verlags-Standort Berlin : Joachim Unseld klagt gegen Suhrkamp-Umzug

Joachim Unseld, der Sohn des 2002 gestorbenen Suhrkamp-Patriarchen Siegfried Unseld, hat nach einem Bericht der „FAZ“ Klage gegen den Umzug des Verlages nach Berlin eingereicht.

Mit 20 Prozent Beteiligung am operativen Verlagsgeschäft ist Unseld Minderheitsgesellschafter gegenüber der Siegfried-undUlla-Unseld-Familienstiftung, die 51 Prozent der Anteile hält. Er ist seit Jahren mit der Stiftungsvorsitzenden Ulla Unseld-Berkéwicz verfeindet. Die Klage soll laut Verlagssprecherin Tanja Postpischil aber nichts an den Umzugsplänen ändern – zumal Unseld in „aktiven Verkaufsverhandlungen“ mit den Gesellschaftern der Suhrkamp/Insel-Kommanditgesellschaften stehe. Zu ihnen gehört auch die Winterthurer Medienholding AG. Unseld habe, so Postpischil, „den Gesellschaftern zum Ausdruck gebracht, dass er verkaufen will, unabhängig davon, ob der Verlag nach Berlin zieht“. Obwohl sich die Beteiligten nicht äußern und Suhrkamp behauptet, bisher nicht einmal die Klageschrift zu kennen, liegt die Interpretation nahe, dass Joachim Unseld mit der Klage seinen Verhandlungsstand stärken will. Dem Vernehmen nach ist die ökonomische Existenz seines eigenen Verlags, der Frankfurter Verlagsanstalt (FVA), ernsthaft bedroht. (Tsp/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben