Pariser Buchsalon : Arabischer Boykott

Buchmesse in Paris: Es wurde israelische Literatur eingeladen - und die islamischen Länder gehen auf die Barrikaden. Zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels wurde mit dem Schwerpunkt der "Salon du livre" eröffnet.

ParisIsraels Präsident Schimon Peres hat am Donnerstag gemeinsam mit der französischen Kulturministerin Christine Albanel die Pariser Buchmesse eröffnet. Israel ist zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Ehrengast des 28. "Salon du livre". Islamische Länder vom Libanon bis zu Iran sowie Verlage aus dem Maghreb boykottieren die bis zum 19. März dauernde Veranstaltung. Peres nannte den Boykott dumm. Der Organisator Serge Eyrolles sprach von einer "ungeheuerlichen" Politisierung. "Wir haben nicht Israel eingeladen, sondern die israelische Literatur."

Zu dem Boykott hatten die Islamische Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO) und die Union palästinensischer Schriftsteller aufgerufen. Rund 40 israelische Schriftsteller von Amos Oz bis Avraham B. Yehoshua nehmen an der Messe teil. Eingeladen wurden nur auf Hebräisch schreibende Autoren. Israelische Schriftsteller, die auf Russisch oder Arabisch schreiben, blieben damit ausgeschlossen. Die Messe zieht jährlich 170.000 bis 200.000 Besucher an und ist für die arabische Welt ein wichtiger Markt. (saw/dpa)

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