Publizistik : Kurt-Tucholsky-Preis für Otto Köhler und Lothar Kusche

Der Journalist Otto Köhler und der Satiriker Lothar Kusche werden an diesem Sonntag mit dem Kurt-Tucholsky- Preis 2007 für ihr publizistisches Lebenswerk ausgezeichnet.

Der Journalist Otto Köhler und der Satiriker Lothar Kusche werden an diesem Sonntag in Berlin mit dem Kurt-Tucholsky- Preis 2007 ausgezeichnet. Die Laudatoren in der Matinee im Deutschen Theater sind die Schauspielerin und Diseuse Gisela May und der Schriftsteller Gerhard Zwerenz.

Beide Preisträger werden für ihre publizistischen Lebenswerke ausgezeichnet. Köhler habe "die vielfach verschwiegene, verleugnete, verdrängte und gerade deswegen nicht überwundene Nazi-Vergangenheit bundesdeutscher Eliten und Institutionen aufgedeckt und damit zu einer Auseinandersetzung beigetragen, die für eine demokratische Neugestaltung der Gesellschaft unerlässlich ist", betonte die Jury in ihrer Begründung zur Preisverleihung. Der 72-jährige Köhler arbeitete unter anderem für Zeitschriften wie "Pardon", "Konkret", "Die Zeit" und "Der Spiegel".

Kusche habe die DDR 40 Jahre lang satirisch begleitet und kommentiert. "Durchaus in der Tradition Tucholskys stehend, haben Kusches urwüchsiger Humor und die spöttisch-zweifelnde Ironie des gebürtigen Berliners in zahllosen Texten und unter etlichen Pseudonymen ihren Niederschlag gefunden." Der 78-jährige Kusche schrieb unter anderem für den "Eulenspiegel" und die "Weltbühne", auch unter Pseudonymen. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei mehr als 2,5 Millionen Exemplaren. Auch als Autor für das Berliner Kabarett "Distel" war er tätig.

Der mit 3000 Euro dotierte Tucholsky-Preis wird alle zwei Jahre von der Kurt-Tucholsky-Gesellschaft verliehen. Mit dem Preis werden engagierte deutschsprachige Publizisten oder Journalisten ausgezeichnet, die sich der "kleinen Form" wie Essay, Satire, Song, Groteske, Traktat oder Pamphlet widmen und sich dabei auf zeitgeschichtlich-politische Vorgänge beziehen.

Der 1890 in Berlin geborene und 1935 im schwedischen Exil gestorbene Autor und Satiriker Tucholsky gehörte zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Weimarer Republik. Er vertrat einen linksgerichteten pazifistischen Humanismus und schrieb auch populäre Liebesgeschichten wie "Rheinsberg" und "Schloss Gripsholm". (mit dpa)

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