Romy-Schneider-Roman : Verlag wehrt sich gegen Zensur

Aus dem Romy-Schneider-Roman "Ende einer Nacht" sind Passagen eingeschwärzt worden, in denen sich die Schauspielerin zur Verbindung ihrer Mutter zum Nazi-Regime äußert. Der Blumenbar Verlag wehrt sich gegen die einstweilige Verfügung.

München/Frankfurt Der Blumenbar Verlag wehrt sich gegen eine einstweilige Verfügung zum Romy-Schneider-Roman "Ende einer Nacht". Wie der Münchner Verlag am Freitag mitteilte, wird er Widerspruch gegen geschwärzte Passagen in dem Buch von Olaf Kraemer einlegen. In den monierten Stellen werde aus Sicht der Romanfigur Romy Schneider eine persönliche Nähe ihrer Mutter Magda zu Adolf Hitler und zum Nazi-Regime nahegelegt. Magda Schneiders Witwer Horst Fehlhaber habe die Verfügung erwirkt.

Die Gerichtsverhandlung ist den Angaben zufolge in wenigen Monaten zu erwarten. Der im September erschienene Roman mit dem Untertitel "Die letzten Stunden von Romy Schneider" dürfe per Beschluss des Landgerichts Frankfurt derzeit nur mit sieben geschwärzten Passagen verkauft werden.

Romanfiguren sind erkennbar

Der Verlag betonte, anders als bei Maxim Billers Roman "Esra" seien die Romanfiguren in diesem Fall von vornherein erkennbar. Dies sei "ein wesentliches Element der literarischen Konstruktion". Maßgeblich für das bevorstehende Urteil werde die Frage sein, wie schwer die sogenannten postmortalen Persönlichkeitsrechte der 1996 gestorbenen Schauspielerin Magda Schneider verletzt worden sein könnten und welche persönlichen Verbindungen sie tatsächlich zum Nazi-Regime gepflegt habe.

In dem Roman setzt sich Romy Schneider kurz vor ihrem Tod mit entscheidenden Momenten ihres Lebens auseinander, weil sie ihre Memoiren schreiben soll. Das Buch ist das Romandebüt des Autors. Kraemer hat zuvor unter anderem Uschi Obermaiers Biografie "High Times. Mein wildes Leben" veröffentlicht. (sgo/dpa/ddp)

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