Ronan Bennett : "Zugzwang"

Ziehen und untergehen.

Das Wort Zugzwang ist eines der wenigen multilingualen der deutschen Sprache. Es bezeichnet eine Situation im Schach, in der ein Spieler ziehen muss und seine Position mit jedem Zug nur verschlechtern kann. So war das 1914 auch in der europäischen Politik, als die Großmächte in vollem Bewusstsein auf einen Krieg zusteuerten. Es geht um Politik, Liebe, Mord und Verrat, all das vor dem Hintergrund des St. Petersburger Turniers im Frühling 1914. Der psychisch angeschlagene Awrom Rozental (dem Großmeister Akiba Rubinstein nachempfunden) spielt um die Chance, Weltmeister Emanuel Lasker herauszufordern. Unterstützt wird er von finsteren Mächten, die nicht nur sein Spiel im Auge haben. Zug um Zug nähert man sich dem unheilvollen Ende. Spannend und manchmal ein bisschen unwahrscheinlich, aber so war das damals – in der europäischen Politik. gol

Ronan Bennett: Zugzwang. Roman. Aus dem Englischen von Stefanie Röder. Bloomsbury Verlag, Berlin. 352 S., 19,90 €.

0 Kommentare

Neuester Kommentar