Literatur : ZUM THEMA

Auch das neue Buch von Egmont R. Koch handelt vom amerikanischen Geheimdienst. Im Gegensatz zu Weiner konzentriert er sich in seinem Werk „Die CIA-Lüge“ aber auf einen einzelnen Aspekt, nämlich die „Folter im Namen der Demokratie“. Koch, durch Fernsehreportagen bekannt geworden, beschreibt, wie Foltermethoden aus der Nazizeit von der CIA für ihre Zwecke übernommen wurden. Über die Vorfälle von Abu Ghraib und Guantanamo schlägt er den Bogen zur Gegenwart. Die durchaus gerechtfertigte Kritik an den Praktiken der Central Intelligence Agency gerät zur Anklageschrift gegen die Vereinigten Staaten. Nachdruck verleiht Koch seiner Botschaft mit detaillierten Beschreibungen der Folterszenen. Darüber treten politische Zusammenhänge allerdings in den Hintergrund oder bleiben ganz im Dunkeln. Viele neue Erkenntnisse kommen nicht ans Licht, benutzt Koch doch zum Großteil Zeitungen und Zeitschriften als Quelle. Die Einsicht, dass Folter grausam und amoralisch ist, dürfte den meisten Lesern schon vor der Lektüre des Buches bewusst sein. tsf

Egmont R. Koch: Die CIA-Lüge,

Folter im Namen der Demokratie.

Aufbau Verlag, Berlin 2008.

224 Seiten, 19,95 Euro.

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