Kultur : Literaturarchiv Marbach erhält Exilbibliothek

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach erhält eine seltene Exilbibliothek. Die gut 700 Bücher umfassende Sammlung hatte der in Stuttgart geborene jüdische Rechtsanwalt und Schriftsteller Karl Lieblich (1895-1984) während seines zwanzigjährigen Exils in São Paulo aufgebaut. Er war mit seiner Familie 1937 nach Brasilien emigriert. Erhaltene Büchersammlungen von Exilanten sind nach Angaben des Literaturarchivs eine Seltenheit. „Lieblich hat versucht, ein Stück europäischer Literatur- und Geistesgeschichte mitzunehmen, und sich überwiegend auf Klassiker festgelegt“, sagte Nicolai Riedel vom Literaturarchiv.

Die Sammlung enthält unter anderem Werke von Balzac, Dickens, Dostojewski, Goethe, Hamsun oder Heinrich und Thomas Mann. Auch Judaica von Martin Buber oder Theodor Herzl sind darunter. Die Bibliothek ist für das Literaturarchiv eine wichtige Ergänzung der Büchersammlungen von Autoren, die in der Nazizeit verfolgt wurden. dpa

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