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Literaturauszeichnung : "Meisterhafte Lakonie": Kleist-Preis geht an Ralf Rothmann

Der Schriftsteller Ralf Rothmann wird mit dem Kleist-Preis 2017 ausgezeichnet. Die Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Preises findet im November in Berlin statt.

Der Schriftsteller Ralf Rothmann wird mit dem Kleist-Preis 2017 ausgezeichnet.
Der Schriftsteller Ralf Rothmann wird mit dem Kleist-Preis 2017 ausgezeichnet.Foto: dpa

Der Schriftsteller Ralf Rothmann wird mit dem Kleist-Preis 2017 ausgezeichnet. Rothmanns Literatur sei meisterhaft in ihren lakonischen Alltagsschilderungen, teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft am Dienstag in Köln mit. Seine Literatur sei „geprägt von autobiografischen Erfahrungen, sie kommt aus der Arbeiterschaft“, heißt es in der Begründung der Gesellschaft mit Sitz in Köln. Sie sei „meisterhaft in ihren lakonischen Alltagsschilderungen und folgt einer Ästhetik des Humanen aus genuin christlicher Verantwortung“.

Der in Schleswig geborene 63-jährige Autor ist gelernter Maurer, er arbeitete als Fahrer, Koch, Drucker und Krankenpfleger, bevor er sich der Literatur zuwandte. Seit den 1980er Jahren schreibt der in Berlin lebende Rothmann Gedichte, Erzählungen und Romane, in denen er seine Erfahrungen im Ruhrpott und in Berlin verarbeitet. Themen seiner Romane sind Lebenssituationen im kleinbürgerlichen oder proletarischen Milieu, kleine Rebellionen, Ausbruchsversuche und Einsamkeit. Insbesondere reflektieren einige seiner Romane das Leben der Bergarbeiterfamilien und Jugendcliquen der 1960er und 1970er Jahre. Andere Erzählungen spielen in Berlin.

Die Laudatio hält der Schauspieler und Essayist Hanns Zischler

Der mit 20 000 Euro dotierte Kleist-Preis wird am 19. November in Berlin verliehen. Die Laudatio hält Schauspieler und Essayist Hanns Zischler. Er wurde von der Jury zur „Vertrauensperson“ gewählt, die den Preisträger bestimmen durfte. Frühere Preisträger sind unter anderem Ernst Jandl, Herta Müller und Daniel Kehlmann.

Mit seinem 2015 erschienenen Buch „Im Frühling sterben“ galt Rothmann als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis. Doch der Autor bat seinen Verlag Suhrkamp, ihn gar nicht erst zu nominieren. Auch die Bitte der Jury, seinen Roman nachnominieren zu dürfen, schlug er aus. (dpa/KNA)

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