LITERATURFESTIVAL BERLINSchwerpunkt Lateinamerika : Der Honig der Löwen

Gregor Dotzauer

Er ist Israels international prominentester linksliberaler Autor und in seinen Ansichten über eine Aussöhnung mit den Palästinensern radikaler noch als Amos Oz. David Grossman (Foto), der 1954 in Jerusalem geboren wurde, eröffnet am kommenden Dienstag das 7. Internationale Literaturfestival Berlin: ein gutes Jahr, nachdem er die Einstellung der israelischen Angriffe auf den Libanon gefordert hatte – und wenig später mit der Nachricht fertig werden musste, dass sein Sohn Uri bei den Kämpfen von einer Panzerabwehrrakete getötet wurde. Als Schriftsteller, der mit „Löwenhonig“ (Berlin Verlag) zuletzt eine Variation auf den Samson-Mythos schrieb, liegt ihm in all seinen politischen Einlassungen aber immer „Die Stimme des Individuums“ am Herzen, wie auch sein Vortrag heißt.

Den Schwerpunkt des diesjährigen Festivals mit rund 250 Veranstaltungen und 150 Autoren bildet – von den „Literaturen der Welt“ bis zu „Erinnerung, sprich!“ – aber Lateinamerika. Im Lauf von zwölf Tagen wird in Lesungen, Gesprächen und Filmen ein Porträt des Halbkontinents entworfen – in Veranstaltungen mit dem Peruaner Mario Vargas Llosa oder im Gedenken an den Mexikaner Octavio Paz. Doch aus dem Rest der Welt haben sich bekannte Autoren wie der Nigerianer Wole Soyinka, der Kanadier Michael Ondaatje, der Brite Nicholas Shakespeare oder die Amerikanerin Jorie Graham angekündigt – von den hierzulande nicht übersetzten und daher unbekannten Gästen ganz zu schweigen. Gregor Dotzauer

Haus der Berliner Festspiele u. andere Orte, Di 4.9. bis So 16.9.,

Eröffnungsveranstaltung: 18 Uhr, 4-10 €, weitere Infos: www.literaturfestival.com

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