Kultur : Literaturpreis: Joseph-Breitbach-Preis für Hürlimann, Schulze und Wellershoff

Der Joseph-Breitbach-Preis, mit insgesamt 255 000 Mark der am höchsten dotierte Literaturpreis in Deutschland, geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Thomas Hürlimann, Ingo Schulze und Dieter Wellershoff. Die Aufteilung des Preises unter drei Autoren ist seit der erstmaligen Vergabe im Jahr 1998 Usus, da die Preissumme aufgrund des nachgelassenen Vermögens des Preisstifters Joseph Breitbach weitaus höher ist als die des angesehensten deutschen Literaturpreises, des Georg-Büchner-Preises.

Der 1950 im schweizerischen Zug geborene Hürlimann (in diesen Tagen erschien seine Novelle "Fräulein Stark") erhielt den Preis aufgrund des "Ineinanders von produktiven und reflektierenden Impulsen". Seine Texte, so die Jury, "sind geprägt sowohl durch den Ernst, mit dem sie sich in existentiellen Grenzbereichen bewegen, als auch durch Witz, Komik, Satire". Beim 1962 in Dresden geborenen Ingo Schulze ("33 Augenblicke des Glücks", "Simple Storys") hob die Jury hervor, dass der Autor "an der russischen Moderne sowie an der nordamerikanischen Erzählkunst" geschult sei. Es gelinge ihm, "die großen und kleinen Tragikomödien des Alltags zuzuspitzen und poetisch überzeugend darzustellen". Dieter Wellershoff, 1925 in Neuss geboren (zuletzt: "Der Liebeswunsch") wird der Preis für sein "Lebenswerk" zuerkannt, wie die Jury formulierte: "Literatur ist für ihn vor allem ein Medium der Erkenntnis. Sie ist in der Lage, uns die Welt in ihrer ursprünglichen Fremdheit und Dichte zu zeigen."

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