London : Nackte "Venus" darf in U-Bahnhöfen lächeln

Nackt wie Gott sie schuf und mit einem dünnen Schleier bekleidet: So malte Lucas Cranach die "Venus". Den Londoner Verkehrsbetrieben war das zu heiß - die "Venus" sollte nicht von Kunstplakaten herunter für eine Ausstellung werben dürfen. Jetzt ist das Verbot aufgehoben.

Cranachs Venus
Oh lala! Die "Venus" von Lucas Cranach polarisiert die Londoner. -Foto: dpa

LondonDie "Venus" des deutschen Renaissance-Malers Lucas Cranach des Älteren wird nun doch auf Plakaten in den Londoner U-Bahnhöfen zu sehen sein. Die Verkehrsbetriebe der britischen Hauptstadt hoben ihr ursprünglich wegen zu viel nackter Haut "in einem sexuellen Kontext" ausgesprochenes Verbot auf. Ein Plakat mit der römischen Göttin, die auf dem Gemälde aus dem Jahr 1532 außer einem Lächeln und einem durchsichtigem Schleier nichts trägt, soll für eine Cranach-Ausstellung in der angesehenen Royal Academy in London werben, die am 8. März beginnt.

Die Verkehrsbetriebe entschuldigten sich für die zunächst verhängte Zensur, die für Empörung in der Londoner Kunstszene und bei der Royal Academy selbst gesorgt hatte. Angesichts der enormen Menge an Werbung könne nicht jede Entscheidung richtig getroffen werden, sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe. Das Verbot war mit einer Richtlinie begründet worden, die Werbung untersagt, die "nackte oder halbnackte Körper in einem offensichtlich sexuellen Kontext" zeigt. Im Zusammenhang mit der Ausstellung sei es richtig, das Bild zuzulassen, räumte der Sprecher nun ein. (liv/AFP)

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