Kultur : Lothar Quinte ist tot: Der Op art-Künstler erlag 77-Jährig einem Herzversagen

Der Maler und Grafiker Lothar Quinte, ein Vertreter der Op Art, ist im Alter von 77 Jahren an Herzversagen gestorben. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb Quinte bereits am Sonnabend. Der aus Neisse in Oberschlesien stammende Künstler zog nach Krieg und Gefangenschaft nach Süddeutschland, wo er seit Anfang der fünfziger Jahre mit H. A. P. Grieshaber zusammenarbeitete. Später entzog er sich dessen Einfluss und widmete sich dem gestischen Expressionismus. Zu den Werken Quintes zählen das 1964 entstandene Glasfenster für den Lübecker Dom; zwei Jahre später schuf er für das Bonner Stadttheater ein repräsentatives Wandbild. Sein Thema war die reine Malerei: die Autonomie von Licht und Farbe, die er abstrakt umsetzte wie im "Sonnenzyklus" von 1971. Der Honorarprofessor des Landes Baden-Württemberg lebte seit 1967 im elsässischen Wintzenbach. In einer gestern verbreiteten Todesanzeige wird Quintes Sicht der Kunst als Vermächtnis zitiert: "Kunst ist elitär - aber ein Garten, der allen offensteht. Sie ist Luxus - Überfluss - im Sinne von über-fließen ...". Quinte gehörte zum inneren Zirkel der Stuttgarter Avantgardegalerie Müller. Er wurde mit zahlreichen Kunstpreisen ausgezeichnet, darunter 1997 mit dem Lovis-Corinth-Preis in Esslingen.

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