Lyrik : Kinski spricht Kinski

"Gefährliche" Lyrik: Der Sohn des Schauspielers Klaus Kinski ist erschrocken über die Todessehnsucht seines Vaters, ausgedrückt in Gedichten. Nikolai Kinski hadert seit dem Lyrik-Fund mit seiner Geburt. Auf die Bühne kommt die Poesie trotzdem.

Kinski Foto: ddp
Nikolai Kinski muss sich bei der Vorbereitung einer Lesetour mit der Lyrik seines Vaters Klaus Kinski auseinandersetzen. -Foto: ddp

BerlinDer Schauspieler Nikolai Kinski musste sich bei der Vorbereitung einer Lesetour mit der "gefährlichen" Lyrik seines Vaters Klaus Kinski (1926-1991) auseinandersetzen. "Die Todeswünsche, zu denen sich meines Vaters Verzweiflung in den Gedichten steigert, stellen natürlich meine spätere Geburt sehr stark in Frage", sagte der 31-Jährige. Je mehr er den vor rund 55 Jahren niedergeschriebenen Sehnsüchten seines Vaters freien Lauf lasse, desto mehr bekämpfe er zwangsläufig seine heutige Existenz. Nikolai Kinski bringt ab Montag (3. September) den Gedichtband "Fieber - Tagebuch eines Aussätzigen" seines Vaters auf Bühnen in Deutschland und in der Schweiz.

Der Schauspieler ("Klimt") sagte, er sei von den 1999 wiederentdeckten Gedichten "sehr erstaunt und betroffen" gewesen. Sie seien "wie Treibsand, in dem mein Vater immer tiefer zu versinken droht". Dennoch ist Kinski sehr dankbar für die Lyrik. "Er hat die Gedichte geschrieben als er noch nicht mein Vater war und fünf Jahre jünger als ich heute. Ich glaube die wenigsten haben die Chance, den eigenen Vater auch noch so kennenlernen zu dürfen", sagte er. (mit ddp)

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