Kultur : Lyrik-Wettbewerb: Stress durch Es-We-Es

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WARTESCHLEIFE

Semester für Semester Urlaubssemesterbester Zum Lebensabschnitts-Muss-Schluss Hirnwissen-Abfluss-Aufguss

Als ewiger Beinahe-Spin-off Treibsand im Es-We-Es-Strom Vermeidlichen Warteschleifen ums Diplom

Erschütterlicher Alleswoller Der Semesterzahl längst überleid Plädierend auf Ausnahmeerscheinung Von der Regelstudienzeit

Dieses impressionistische Gedicht schrieb unser Mitarbeiter Erik Heier außer Konkurrenz in unserem Campus-Lyrik-Wettbewerb. Wie nicht zu übersehen ist, spricht das lyrische Ich aus der Rolle eines verwirrten Langzeitstudenten, der für sich - natürlich in langen Zeilen - eine Ausnahme von der Regelstudienzeit einfordert. Heiers Gedicht ist repräsentativ für einen beträchtlichen Teil der bisher in der Redaktion eingetroffenen 33 Einsendungen: Viele akademische Poeten bewegen sich auf hohem Abstraktionsniveau und zeichnen sich sowohl durch ein großes Repertoire an Fremdwörtern als auch durch formale Souveränität gegenüber der Tradition aus. Andere Teilnehmer versuchen die Jury gerade durch Understatement zu beeindrucken, nach dem Motto: "Die Katze liegt auf der Matratze." Diesen Lesern möchte man zurufen, was Robin Williams im "Club der toten Dichter" seinen Schülern sagte: "Achten Sie darauf, dass Ihre Gedichte nicht gewöhnlich werden."

Mitmachen kann jede/r, aber Thema muss das Leben an der Hochschule sein. Alle Dichter treffen sich im Herbst beimTagesspiegel. Den Gewinnern winken Geld- (500, 300 und 200 Mark) und Buchpreise. Einsendeschluss ist der zehnte Oktober.

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