Kultur : Lyriker des Jazz

Steve Lacy, der bedeutende Sopransaxofonist, ist tot

Maxi Sickert

Der wichtigste Sopransaxofonist des modernen Jazz ist tot. Steve Lacy starb am Freitag 69-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung in Brookline, Massachussetts. Der in New York geborene Steven Norman Lackritz lebte seit 1969 in Paris und war 2002 wieder zurück in die USA gezogen. Lacy war der erste, der das Sopransaxofon in den Nachkriegsjazz einführte. Stilistisch und ästhetisch angelehnt an die Pianisten Cecil Taylor, mit dem er sechs Jahre spielte, und vor allem an Thelonious Monk und dessen revolutionäre rhythmische Muster erweiterte er das Spektrum des Sopransaxofons. Er inspirierte John Coltrane und galt mit über 300 Platteneinspielungen als führender Vertreter seines Instruments. Seine hauchzarten, lyrischen Improvisationen und Kompositionen wurden wesentlich von zeitgenössischer Literatur und Kunst beeinflusst.

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