Kultur : Männermord: Coerte V. W. Felskes Vamp hat Konjunktur

Christian Gressner

Sie will eine ganz neue Form der Weiblichkeit verkörpern. Bodicea Lashley, genannt Millennium Girl, will kein feministisches Strohfeuer sein, wie sie bei Frauen vom Typ Madonnas argwöhnt, sondern jemand, der Männer benützt, indem er ihren Sex-Trieb ausbeutet. Bo, die Hauptfigur in Coerte V. W. Felskes Roman "Millennium Girl", ist eigentlich ein Landei aus Ohio, aber als der Leser sie kennenlernt, hat sie sich schon zu einer professionellen Freundin der reichsten alten Männer Amerikas gemausert. Doch eine Hure ist die 29-Jährige nicht. Die nämlich bekommt ihr Geld vor dem Beischlaf, sie aber, eine selbsternannte Goldgräberin, "erst danach in Form von Einkaufsgeld oder Kreditkartenzugang".

Auf der Suche nach einer guten Partie stößt sie auf Bradley Lorne-August. "Es war wunderbar, einen Mann festzuhalten, den ich mochte. Ich hatte vergessen, wie sich straffe Haut anfühlte." Schade, dass er sich als Betrüger erweist und mit anderen Damen vergnügt. Es ist anfangs durchaus vergnüglich, Bodiceas Mühen zu folgen. Doch leider hält Felske das Versprechen, das er mit ihr gegeben hat, nicht ein. Getrieben von einer Sex-Szene zur nächsten, ist sie nur der Spielball einer Gesellschaft, die sie revolutionieren wollte.Coerte V. W. Felske: Millennium Girl. Roman. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 2000. 380 Seiten, 39,80 DM.

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