Kultur : Magma und Musik

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SOTTO VOCE

Jörg Königsdorf freut sich

auf einen Vulkanausbruch

Mut haben sie ja, die Skandinavier. Kommen mit einem Festival hierher, dass neun Tage lang fast ausschließlich zeitgenössische Musik bietet. Ausgerechnet nach Berlin, wo das Gejammer über zu viel Kultur, schlechte Besucherzahlen und konservatives Publikum eh schon zum Himmel schallt. Magma heißt dieser Vulkanausbruch an Neuer Musik, wohl weil die glühend heiße Gesteinsschmelze hohen Energiegehalt mit Ewigkeitswert verbindet. Ob die einzelnen Werke diesen Anspruch einlösen können, kann natürlich erst ex post entschieden werden. Wichtiger ist, dass die Skandinavier ihr Festival gescheit angepackt haben: Während die Festwochen durch eine verfehlte Preispolitik das potenziell interessierte (und hier meist nicht so zahlungskräftige) Publikum von ihren oft spannenden Programmen ausschlossen, kann sich die magmaKarten nun wirklich jeder leisten. Der Höchstpreis liegt für Highlights wie das Eröffnungskonzert mit dem Dänischen Radiosymphonieorchester am Samstag in der Philharmonie bei 25 Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen schon im Vorverkauf nur die Hälfte. Wer sich einen Überblick über die Skandinavische Musik verschaffen will, kauft am besten gleich den mit 60 (40) Euro verlockend preiswerten Festivalpass für alle Veranstaltungen, wer sich ein Wochenende Magma gönnen will, zahlt 30 (20) Euro. Die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen also, und mit Ensembles wie dem Arditti-Quartett (am 23. im Otto-Braun-Saal ), dem Avanti!- Kammerorchester (29.11.) und der Kroumata Percussion Group (30.11.) sind auch erstklassige Musiker am Start. Kann also eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

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