Kultur : Mahler-Erbin fordert Bild zurück

Der österreichische Kunstbeirat wird am 25. Oktober der Ministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Elisabeth Gehrer, eine Empfehlung über die Rückgabe des Bildes "Sommernacht am Strand" von Edward Munch geben. Marina Mahler, die Enkelin von Gustav Mahler und Alma Mahler-Werfel, hofft, dass sich der Beirat für die Rückgabe stark macht und so das Bild wieder in die Familie der ursprünglichen Eigentümerin zurückkehrt. Ihre Großmutter hatte es geschenkt bekommen als sie ihre und Walter Gropius Tochter Manon zu Welt gebracht hatte. Das Mädchen starb jung, der Mutter blieb das Bild als Erinnerung. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland verließ Alma das Land und ging zu ihrem dritten Mann Franz Werfel nach Paris. Das Bild blieb in Wien, wo es ihre Halbschwester Maria Eberstaller 1940 für 7000 Reichsmark an die Österreichische Galerie verkaufte. Davon wusste Alma Mahler-Werfel nichts. Im Jahr 1947 klagte sie auf Rückgabe des Munch-Gemäldes und erhielt über fünf Jahre später Recht. Ein Finanzprokurator legte jedoch Einspruch ein und das Verfahren schleppte sich weiter. Bis zu ihrem Tod im Dezember 1964 kämpfte Alma Mahler-Werfel weiter erfolglos um ihr Bild. Ihre Tochter, die Bilhauerin Anna Mahler-Werfel, führte den Kampf der Mutter nicht weiter. Erst Almas Enkelin Marina setzte sich wieder für die Rückgabe ein.

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