Kultur : Mahnmal-Debatte: Naumann will mit Eisenman reden

Michael Naumann, designierter Staatsminister für Kultur, hat bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen mitgeteilt, daß er sich im Dezember mit dem New Yorker Architekten Peter Eisenman treffen wolle, um über dessen Entwurf für ein Holocaust-Mahnmal in Berlin zu sprechen.Eisenmans noch von Helmut Kohl favorisiertes Modell sieht nahe des Brandenburger Tors ein Areal von 2700 Betonstelen vor.Naumann bekräftigte zugleich seine Ansicht, daß ein rein abstraktes Monument seinem didaktischen Zweck gegenüber den Generationen der Nachgeborenen nicht gerecht werden könne."Spätestens im Frühjahr 1999" werde sich der Bundestag mit dieser Frage befassen.Naumann, der die Erhaltung authentischer Orte wie Sachsenhausen für vordringlich hält - "ohne beides gegeneinander auszuspielen" -, will die Bitte des brandenburgischen Kulturministers Steffen Reiche prüfen, inwieweit Bundesmittel, auch aus dem Hauptstadtkulturfonds, für die Gedenkstätte Sachsenhausen nördlich von Berlin bereitgestellt werden können.Ein preisgekrönter Entwurf des Berliner Architekten H.G.Merz, die Ruinen des Krematoriums und der Hinrichtungsstätten im ehemals zentralen Konzentrationslager der Reichshauptstadt besser zu konservieren und auszustellen, würde etwa 10 Millionen Mark von Bund und Land erfordern. Tsp

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