Kultur : Mahnmal-Debatte

Wenige Tage vor der Präsentation eines überarbeiteten Entwurfs für das geplante Holocaust-Mahnmal in Berlin ist der Regierende Bürgermeister, Eberhard Diepgen, wegen seiner abwartenden Haltung zu dem Projekt heftig kritisiert worden.Diepgen sei offenbar auf dem Wege, das Holocaust-Mahnmal "ratenweise zu kippen" und für den Senat die entsprechenden Weichen zu stellen, sagte am Dienstag das Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, dem Tagesspiegel."Offenbar spürt Diepgen - auch nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - eine politische Trendwende.Deshalb versucht er nun, die populistischen Stimmen durch ein opportunistisches Verhalten aufzufangen", so Korn."Außerdem verbrämt er seine Kritik an dem Mahnmal mit künstlerischen Argumenten, die nur dann ernst genommen werden könnten, wenn er sie schon früher geäußert hätte." Zusätzlich, so Korn, ginge es dem Regierenden Bürgermeister ums Geld und um die "nicht absehbaren Folgekosten für ein schwer zu bewachendes und schwer zu pflegendes Mahnmal".Kurz zuvor hatte Diepgen seine ablehnende Haltung zu dem Projekt bekräftigt."Ich sehe nach wie vor keinen Zeitdruck und überhaupt keine Veranlassung für eine Hauruck-Entscheidung", sagte er in einem dpa-Gespräch.mal.

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