Mailänder Oper : Der Startenor verließ die Scala-Bühne

Startenor Robert Alagna hat am Sonntagabend wütend die Bühne der Mailänder Scala verlassen, nachdem er vom Publikum Pfiffe und Buh-Rufe einstecken musste. Sein Stellvertreter musste zunächst in Jeans auftreten.

Mailand - Die Zuschauer waren offenbar mit seinem Part als Radames in Giuseppe Verdis "Aida" nicht zufrieden, berichtete das italienische Fernsehen. Radames verkörpert den männlichen Helden in der Oper. Doch der Gesang des Italo-Franzosen Alagna riss das Publikum gleich zu Beginn der Vorstellung zu Protesten hin. Daraufhin sei der Startenor von der Bühne gestürmt.

Als die verstörten Zuschauer darauf mit aufgebrachten "Schande! Schande"-Rufen reagierte, betrat kurzentschlossen Alagnas Stellvertreter Antonello Palombi die Bühne des ehrwürdigen Hauses - zunächst in Jeans und Hemd, hieß es im Fernsehen weiter. Erst in der Pause habe er Zeit gefunden, sich die Bühnenkostüme anzuziehen. Die Inszenierung des italienischen Opernregisseurs Franco Zeffirelli war bei der Saisoneröffnung in der vergangenen Woche triumphal gefeiert worden. Zur Premiere war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gekommen. Jedoch gab es da bereits erste Buh-Rufe für Alagna.

Opernstars haben in der Vergangenheit mehrfach während einer Vorstellung die Bühne verlassen aus den unterschiedlichsten Gründen: 1957 verschwand Maria Callas mitten in Vincenzo Bellinis "Norma" in der Garderobe - ihr soll schlecht geworden sein, hieß es. 1995 hatte Luciano Pavarotti in der New Yorker Met Gaetano Donizettis Oper "Fille du Regiment" vor dem Ende verlassen, weil der das hohe C nicht mehr traf. (tso/dpa)

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