MALEREI„Lebenswelten“ von Armin Mueller-Stahl : Mit reduziertem Strich

Antje Horn-Conrad

Studiert hat er Musikwissenschaften und ein Examen als Konzertgeiger abgelegt. Bekannt geworden aber ist er als Charakterdarsteller. Später begann der Schauspieler Armin Mueller-Stahl auch zu schreiben, veröffentlichte 2004 die Erzählung „Hannah“, die Lebensbeichte des Vaters einer hochbegabten Geigerin. Nun im Alter tritt er als Maler und Zeichner in Erscheinung. Kein spät entdecktes Talent, sondern eine künstlerische Ausdrucksform, die ihn sein Berufsleben hindurch begleitete.

In Potsdam, wo er zu seinem 70. Geburtstag erstmals einige Arbeiten ausstellte, zeigt er nun mit „Lebenswelten“ einen Ausschnitt aus dem bildnerischen Schaffen der vergangenen Jahre. Darin finden sich vor allem Porträts: Mit reduziertem Pinselstrich charakterisierte er Schauspielerkollegen, aber auch Jazzmusiker in üppigen, dunklen Farben. Daneben überraschen Landschaftsbilder aus Kalifornien, der Wahlheimat Mueller-Stahls, und Tierstudien, die in der Auseinandersetzung mit ihrem Kräftespiel Formen von Macht und Unterwerfung symbolisieren. Ebenfalls zu sehen ist die frisch erschienene Prachtausgabe der Brockhaus-Lexikonbände, deren Buchrücken Mueller-Stahl mit Bildern zu den Themen Geburt und Tod, Kunst und Musik, Glauben und Wissen gestaltet hat. Am Abend der Vernissage übrigens liest Armin Mueller-Stahl im Hans Otto Theater aus seinem neuen Erzählband „Kettenkarussell“ Geschichten, die Grenzen überschreiten vom Leben zum Tod, vom Traum zur Wirklichkeit, von der Rationalität zur Magie. Antje Horn-Conrad

Altes Rathaus, Di 11.12. bis

So 3.2.08, Di bis So 10-18 Uhr, 3 €,

Lesung im Hans Otto Theater:

So 9.12., 19.30 Uhr, 20/18 €

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