Marburg : Germanistentag will Naturwissenschaften einbeziehen

Mehr als 500 Sprach- und Literaturwissenschaftler treffen sich in der kommenden Woche in Marburg zum Deutschen Germanistentag 2007. Schwerpunktthema ist das Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur.

Frankfurt/MainBei dem Kongress gehe es auch darum, naturwissenschaftliche Erkenntnisse in die Germanistik einzubringen, sagte der Marburger Germanistik-Professor Thomas Anz, der die Tagung organisiert hat. Den Eröffnungsvortrag am Sonntagnachmittag (23.9.) hält Karl Eibl aus München. Er spricht über "den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen". Die Tagung dauert bis zum kommenden Mittwoch (26.9).

Die Germanistik befasse sich gegenwärtig mit einer Vielzahl von Fragen, "die Sprache und Literatur gezielt in Grenzbereichen zwischen menschlicher Natur und Kultur positionieren", hieß es im Vorfeld des Kongresses, der von Hochschuldozenten und Deutschlehrern gemeinsam organisiert wird. Der Kongress möchte "eine Bestandsaufnahmen zu einschlägigen Debatten der letzten Jahre vorlegen und Vorschläge zur Zukunft der Germanistik in Forschung und Unterricht erarbeiten". Georg Braungart (Tübingen) spricht über die "Poetik der Natur und die Literatur und Geologie", Michael Hagner (Zürich) über "Die Neurologie der Schwäche" und Gerhard Neumann (Berlin) über die "Grenze zwischen Kultur und Natur".

Am Montagabend erhält der Züricher Literaturwissenschaftler Peter von Matt den Brüder-Grimm-Preis, die Laudatio hält Heinrich Detering (Göttingen), Marcel Reich-Ranicki will einige "Vorworte" sprechen. Matt bedankt sich mit einem Festvortrag zum Titel "Zur Dramaturgie der Dummheit in der Literatur". Themen des Kongresses sind auch die Hochschulreformen im Zusammenhang mit dem Bologna-Prozess und die Berufsaussichten für Germanisten. Die Brüder Grimm hatten 1846 den ersten Germanistentag in Frankfurt organisiert, die traditionsreiche Veranstaltung findet alle drei Jahre statt. (mit dpa)

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