Kultur : Marken sichern

Die Verlage Eichborn und Aufbau wollen kooperieren

Als der Eichborn Verlag im Dezember 2010 sein Programmsegment „Berufsstrategie“ an den Stark Verlag veräußerte, war das allein den Branchenmagazinen eine Meldung wert. Was seinerzeit allerdings nicht zu der verkündeten „strategischen Neuausrichtung, der Konzentration auf die Bereiche Unterhaltung, Literatur und Sachbuch“, passen wollte, war die kurz darauf folgende Kündigung des Belletristik-Programmleiters Karsten Kredel, der nach nur eineinhalbjähriger Tätigkeit bei Eichborn Mitte dieses Jahres zurück zu Suhrkamp wechselt.

Eichborn verkauft das Tafelsilber, Eichborn mehr denn je in Nöten – so hieß es Ende des letzten Jahres, und auch von „Berlin“ und Verhandlungen mit dem Aufbau Verlag war immer mal die Rede.

Am heutigen Freitag werden Nägel mit Köpfen gemacht. Der Aufbau Verlag und die Eichborn AG informieren über ihre gemeinsame Zukunft, namentlich der Aufbau-Geschäftsführer René Strien und Tom Erben sowie der Eichborn-Vorstand Stephan Gallenkamp. Auch dabei: Aufbau-Verleger Mathias Koch, der den Verlag 2008 gekauft hatte, und der Vertreter des Eichborn-Aktionärspools Ludwig Fresenius. Dass die Verkündung der Kooperation in Berlin im neuen Aufbau-Verlagshaus am Moritzplatz stattfindet, deutet darauf hin, wer hier der stärkere Partner ist.

Sinnvoll ist eine Kooperation allemal, gerade bei zwei Verlagen, die eine eigenständige Marke vertreten, von ihrem Umsatz her aber nicht zu den großen Spielern auf dem Buchmarkt gehören: Bei Aufbau sind es um die 15 Millionen Euro, bei Eichborn neun Millionen, Tendenz rückläufig. Vorstellbar ist, dass die Verwaltung und der Vertrieb zusammengelegt werden, die Programmgestaltung den jeweils Verantwortlichen in beiden Verlagen aber weiterhin getrennt obliegt (ein Nachfolger für Kredel werde gesucht, heißt es bei Eichborn, nur muss der natürlich wissen, in was für einem neuen Umfeld er arbeitet).

Nach der Verkündung der gemeinsamen Pläne ist eine Baustellenführung auf dem Gelände des zukünftigen Aufbau-Hauses am Moritzplatz angesetzt. Es bietet 17 000 Quadratmeter Nutzfläche. Ein Plätzchen für den Eichborn Verlag gäbe es dort wohl auch. gbar

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