Kultur : Martin Engelman: Die Natur als Muse

Hagen Kohn

Lothar Romain, Präsident der Berliner Hochschule der Künste, und Heike Catherina Müller luden in die Akademie der Künste, um das neuerschienene "Werkverzeichnis der Druckgraphik" des 1992 verstorbenen Malers Martin Engelman vorzustellen. Dieses schaffe nun, so Romain, die Voraussetzungen für eine Neubewertung des niederländischen Künstlers. Das druckgraphische Oeuvre nimmt einen wichtigen Platz im Gesamtwerk Engelmans ein, es umfasst Lithographien, Holzschnitte, Radierungen und Aquatintae. In den frühen Bildern finden sich Chimären und Windgeister, Kreaturen, weder Mensch noch Tier, während in den späteren Werken die Natur als Inspirationsquelle an Bedeutung gewinnt, Figürliches und Pflanzliches verbinden sich hier zu "inneren Landschaftsbildern".

Bevor Engelman 1960 in der Pariser Galerie Giraudoux erstmals als Maler in Erscheinung trat, hatte er sich bereits als Designer und Gebrauchsgraphiker einen Namen gemacht. Seine mehrfache Teilnahme an der documenta machte ihn zum "Senkrechtstarter" der Kunstszene der 60er Jahre, 1971 wurde er an die HdK Berlin berufen und lehrte dort Freie Malerei.

Martin Engelman liebt kräftige Farben, seine Graphiken sind abstrakt, aber gleichzeitig gegenständlich-figurativ. Diese Prinzipien schließen sich bei ihm nicht aus, sondern verbinden sich miteinander, wie bei den Landschaftsbildern aus den 70er und 80er Jahren. "Mein Werk wird von der Natur eingegeben, sie liegt ihm zugrunde." Mit diesem Verständnis von beseelter Landschaft ist Engelman beinahe so etwas wie ein moderner Romantiker.

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