Kultur : Martin Walser kritisiert die Eliten der USA

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Martin Walser hat die Haltung der Eliten in den USA zum IrakKrieg und den Rückhalt für US-Präsident George W. Bush scharf kritisiert. „Die feinsten Köpfe fallen auf diesen zweitklassigen Cowboy herein“, sagte Walser am Wochenende bei der Konferenz des Verbandes deutscher Schriftsteller in Wolfenbüttel. Es sei erschreckend, dass die „Administration“ Bush nicht bremse und die „amerikanischen Ost- und Westküsten-Eliten das mitmachen“. Der Schriftsteller-Verband forderte in einer Protest-Resolution, die eventuelle „Strafbarkeit der Regierungen Saddam Hussein, George W. Bush und Tony Blair für Handlungen vor und während des Irak-Kriegs“ vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu überprüfen.

Walser, der bei der Verbandskonferenz aus seinem umstrittenen Roman „Tod eines Kritikers“ las, sagte zu den vielen Protest-Demonstrationen in Deutschland, „das ist ein Grund zur Freude, dass Amerika das nicht einfach machen kann“. „Das tut gut, dass die Leute das nicht ertragen können und wollen.“ Der Schriftsteller-Verband, der zur Gewerkschaft ver.di gehört und rund 4000 Autoren und Übersetzer in Deutschland vertritt, appellierte an die Bundesregierung, auf ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen hinzuwirken. Zum Beginn ihrer Delegiertenkonferenz hatten die Autoren eine Schweigeminute für die Opfer des Krieges auf beiden Seiten eingelegt und den „völkerrechtswidrigen“ Krieg verurteilt. dpa

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