Kultur : Massentötung von Rindern: Protest gegen Schlachtung

Mit massiven Protesten haben mehr als 1000 Bauern und Tierschützer am Samstag in Mücheln den Beginn der bisher größten Rindertötungsaktion seit Beginn der deutschen BSE-Krise verzögert.

Der evangelische Bischof von Berlin/Brandenburg, Wolfgang Huber, bezeichnete die mögliche Schlachtung von bundesweit 400 000 Rindern als "unerträgliche Form von Grausamkeit". Der Leiter der Verbindungsstelle der katholischen Bischöfe zur Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, sagte dem Tagesspiegel, seine Kirche habe im Prinzip nichts gegen Schlachten, da Tiere gezüchtet würden, um Fleisch zu haben. Allerdings stelle sich aktuell die Frage, ob die Aktion nicht zeitlich über Ende Juni hinaus gestreckt werden könnte.

Zudem sollte man überlegen, einen Teil des Fleisches zu Konserven zu verarbeiten und zu lagern. Wenn Tests dessen Unbedenklichkeit bescheinigten, sollte vielmehr bereits lagerndes Rindfleisch verbrannt werden, das unter Umständen belastet sei. Jüsten griff zudem die Mahnung des Bundespräsidenten vom Vortag auf. Er forderte, nicht alle gen-technischen Möglichkeiten auszureizen. Es dürfe bei der Tierproduktion nicht ohne Scheuklappen diskutiert werden, wie es die Worte des Kanzlers nahelegten. Jüsten forderte vielmehr eine "fundamentale Nachdenklichkeit", es dürfe nicht wieder die Ökonomie die Gedanken vorgeben.

Derweil ist die Zahl der amtlich bestätigten BSE-Fälle in Deutschland am Samstag um fünf auf 24 gestiegen. Je ein Fall von Rinderwahnsinn wurde aus Nordrhein-Westfalen (NRW), Niedersachsen, Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. In Nordrhein-Westfalen handelt es sich um ersten BSE-Fall.

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