Kultur : Maya ist wieder da

Pariser Polizei stellt Picasso-Bilder sicher

Hans-Hagen Bremer

Nach nur fünfmonatiger Fahndung ist es der französischen Polizei gelungen, den spektakulären Raub von zwei Gemälden und einer Zeichnung Pablo Picassos im Wert von 50 Millionen Euro aufzuklären. Die Täter wurden am Dienstagabend festgenommen, die Kunstwerke weitgehend unversehrt sichergestellt. Die Jagd nach den Kunsträubern, die am vergangenen Sonntag vier Bilder von Monet, Sisley und Jan Brueghel aus dem Museum in Nizza stahlen, geht indes weiter.

Ein Tipp aus der Welt des Pariser Kunsthandels hatte die Fahnder Anfang Juni auf die Spur der Täter gebracht, die in der Nacht vom 26. zum 27. Februar dieses Jahres in die Pariser Wohnung von Diana Widmaier-Picasso, einer Enkelin des Künstlers, eingedrungen waren. Ohne eine Spur zu hinterlassen, hatten sie drei Werke Picassos mitgehen lassen. Dabei handelte es sich um das Gemälde „Maya mit Puppe“, das Picasso 1938 von seiner Tochter Maya, der Mutter Dianas, schuf, um ein Porträt seiner zweiten Frau Jacqueline und um eine Zeichnung, die Marie-Thérèse, die Mutter Mayas, als 21-Jährige zeigt.

Wegen ihres hohen Werts waren die Bilder nicht versichert und galten auf Grund ihrer Bekanntheit als unverkäuflich. Trotzdem hatten die Täter versucht, sie auf dem Pariser Kunstmarkt loszuschlagen. Nachdem die Kripo bereits Anfang Juni einen konkreten Hinweis erhalten hatte, wurden diese und ihr Versteck im 16. Pariser Arrondissement rund um die Uhr beobachtet. Am Dienstagnachmittag schlugen die Fahnder in der Nähe der Champs-Elysees zu. Zwei Männer, von denen einer der Polizei von früheren Kunstdiebstählen her bekannt war, wurden festgenommen. Sie befanden sich offensichtlich auf der Fahrt zu einem Kunsthändler. Auf der Rückbank ihres Autos lagen die zwei gesuchten Gemälde: Aus den Rahmen herausgeschnitten und sorgfältig eingerollt. Auch die Zeichnung konnte sichergestellt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei arbeiteten die mutmaßlichen Räuber auf eigene Rechnung.

Nach diesem für einen Kunstraub ungewöhnlich raschen Wiederauffinden der drei Werke Picassos hofft die Kunstwelt nun auf eine ebenso schnelle Aufklärung des Einbruchs in das Musée des Beaux- Arts Jules Chéret. Dort waren am vergangenen Sonntag fünf maskierte Männer, von denen mindestens einer bewaffnet war, in die Eingangshalle eingedrungen. Zu dieser Zeit war das Museum nur schwach besucht, zwei der sechs Wärter waren zum Mittagessen gegangen. Die zwei Gemälde von Monet und Sisley waren schon 1998 einmal aus dem Museum entwendet worden, die beiden Brueghels gehören der Stadt Nizza. Die Polizei vermutet Auftraggeber hinter dem Raub. Auf dem Kunstmarkt seien die Gemälde „so gut wie unverkäuflich“, erklärte die Museumsdirektorin, Patricia Grimaux.

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