Kultur : Mehr als einmal

Lorand Gaspar

m e h r a l s e i n m a l b e i T a g e s a n b r u c h

in der Wüste von Ram und von Toubeig

oder tiefer im Süden an den östlichen

Ufern des Roten Meeres wo der lavageäderte

rosa Granit, der weiche Sandstein

und der blendende Gips ihre Talfahrt verlangsamen

h a b e i c h v o n e i n e r S c h ö p f u n g g e t r ä u m t

ohne Unterlass entstand die Welt

nicht aus einer von außen kommenden Ordnung

sondern geräumig sondern von eigener Musik

erfüllt

kompakter Stein zu sein bis ins Unendliche

von Tanz erfüllt von dem jeder ins Licht gebohrte

Ton vibriert –

F u g e v o n B ö g e n i n H e l l u n d D u n k e l

ohne Auflösung noch Vollendung

h e r v o r g e s t r ö m t a u s d e m S t r ö m e n

des gleichen ungeteilten Prozesses

der Atem mit den zwei Flügeln

auf den Lungen-Pisten

d i e K r a f t d e r S t i l l e

deren entrolltes Blatt bei Tagesanbruch

die Wüsten sind

ihre knisternde – aufscheinende – Frische

oder auch

auf der kreidigen Rotunde

der letzten Arenen des Tages

d i e S c h n e l l i g k e i t d e s L i c h t s

jäh von einer langsamen Zärtlichkeit durchdrungen

der Lärm der Hände unter der tiefen Haut

w i e e i n W a s s e r d e r A u g e n

das die Gesichter verschwimmen lässt –

Aus dem Französischen von Joachim Sartorius

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