Kultur : Mein Bild, mein Schädel

Damien Hirst versteigert seine Kunst nun selbst

Damien Hirst will im September mit einer Auktion marktfrischer, eigener Kunst bei Sotheby’s den Galeriehandel ausbooten und sein eigener Vermarkter werden. Der geschäftstüchtige Hirst, neben Jeff Koons der reichste lebende Künstler, hat bereits Auktionserfahrung: Er versteigerte 2003 das Inventar seines Restaurants „Pharmacy“ für elf Millionen Pfund bei Sotheby’s und organisierte mit dem Auktionshaus die Wohltätigkeitsauktion „Red“ in New York. Star-Los im Herbst wird das Werk „Das Goldene Kalb“, ein in Formaldehyd konservierter Bulle mit goldenen Hufen und Hörnern, geschätzt auf bis zwölf Millionen Pfund.

Hirst weigert sich schon länger, Galeristen die Exklusivrechte für seine Kunst abzutreten. Den diamantbesetzten Totenschädel „For the Love of God“ haben er und sein Manager Frank Dunphy für angeblich 100 Millionen Dollar selbst vermarktet. Hirsts Galeristen, Jay Jopling/White Cube und Larry Gagosian machten gute Miene zum bösen Spiel: „Er kann sich auf uns verlassen. Wir werden mit dem Bietpaddel in der Hand im Auktionssaal sein“, sagt Gagosian.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Künstler Werke direkt in die Auktion geben – vor allem chinesische Fabrikkunst wird so platziert. Nie zuvor aber wurde diese Praxis offiziell als Instrument eingesetzt. Auktionshäuser haben den Handel jüngst schon mit der Übernahme von Galerien beeinflusst, nun steht ein weiterer Vormarsch der mächtigen Auktionshäuser an: dank Künstler-Direktmarketing. mth

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