Mein erster BOB (2) : "Keine Ahnung, aber nix wie hin"

Am 24. Mai wird Bob Dylan 70 Jahre alt. Bis dahin erinnern sich täglich Musiker an ihr erstes Erlebnis mit dem Sänger. Diesmal: Torsten Schulz (Beatsteaks).

Foto: Jerry Schatzberg; Montage: Thomas Mika
Foto: Jerry Schatzberg; Montage: Thomas Mika

Ich weiß nicht mehr genau wann es war, jedenfalls noch vor diesem sagenumwobenen Mauerfall. Ich war „stolzer“ FDJler oder sogar noch Thälmann- Pionier und bekam wie so viele unwissende und musikalisch nicht ansatzweise geformte Jugendliche eine Eintrittskarte zum Bob-Dylan-Konzert im Treptower Park über die FDJ-Kreisleitung meiner Polytechnischen Oberschule.

Das wird jetzt sicherlich dem ein oder anderen Vollblutfan sauer aufstoßen, weil sehr wenige Karten in den normalen Vorverkauf gelangt sind und die, die Bob Dylan unbedingt sehen wollten, oft sehr hohe Schwarzmarktpreise bezahlen mussten. Das find ich jetzt auch scheiße, damals war ich lediglich froh mal einen „Westsänger“ sehen zu dürfen. Keine Ahnung von dem Mann, aber nix wie hin. Ich war höchstens 13 oder 14 oder so ...

Kann mich aber nur noch an die unfassbare Größe des Konzerts erinnern und daran, dass Tom Petty & The Heartbreakers das Vorprogramm bestritten haben, ich diese sogar für gut befand (mein Gott, ich stand eigentlich auf Depeche Mode und New-Romantic-Musik) und noch während der ersten Stücke des großen Meisters Dylan übern Zaun geklettert bin um die S-Bahn nach Hause zu bekommen ... musste ja nächsten Morgen wieder in den Unterricht ...

Das Einzige, an was ich mich wirklich noch ziemlich genau erinnere ist, dass eine große Menge an Kuttenträgern mit Bärten und Römerlatschen auf dem Konzert gewesen waren. Muss wohl ein Hippie sein, der Bob Dylan, hab’ ich damals bestimmt gedacht. Na ja, heut’ bin ich schlauer!

In der ersten Folge: Wolfgang Niedecken erinnert sich an sein erstes Bob-Dylan-Erlebnis.

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