Mein erster BOB (5) : „Immer nur dieses Genöle“

Die Leute nennen ihn immer Dylan, das klingt intellektuös, Bob klingt so nach Bauer. Ich habe Bob Dylan im Film „Dangerous Minds“ kennengelernt, glaube ich. Da unterrichtet die Lehrerin Englisch und nimmt als Beispiel „Mr. Tambourine Man“, und da Dylan in dem Song übers Dealen redet, fand ich ihn Spitze. Dann hab ich mir ’ne CD von dem geklaut, bei Hertie am Halleschen Tor und die war todeswhack: immer nur so Akustikgitarre und dieses Genöle! Johnny Cash war ja noch Gangsta, aber das ging gar nicht. Vor kurzem hab ich mir einen Haufen Alben von ihm gedownloadet und mir zu Gemüte geführt. Ich finde es angenehm sozialkritisch. Nicht so sehr, dass man jetzt vom Sessel aufstehen müsste, halt eher was für die gedrehte Zigarette auf dem Loftbalkon in Kreuzberg. Klasse! Jetzt werde ich meinen Schallplatten-Vorschuss in plastische Chirurgie investieren und mich zu Bob umoperieren lassen, um endlich mal auf das Cover vom „Rolling Stone“ zu gelangen.

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